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Adele Laurie Blue Adkins

Adele im Kessehaus: Mächtiges Organ

München - Es gibt Menschen im Popzirkus, die mit möglichst viel Firlefanz zu kaschieren versuchen, dass sie eigentlich gar nicht singen können. Und es gibt Adele.

Adele Laurie Blue Adkins aus London, 22, ist so etwas wie der Gegenentwurf zu den ganzen Lady Gagas dieser Welt. Sie hat ein derart mächtiges, akkurates Organ, dass sie sich den Luxus leisten kann, das erste Stück „Hometown Glory“ aus dem Off zu singen, begleitet nur von einem Klavier.

Das ist schon unverschämt gut – und doch erst der Anfang. Adele überbietet sich in den folgenden 80 Minuten im ausverkauften Kesselhaus immer wieder selbst, indem sie alles aus ihrer sensationellen Stimme herausholt. Mal interpretiert sie einen Country-Song der hierzulande völlig unbekannten US-Band „The SteelDrivers“ („If It Hadn’t Been For Love“), mal kehrt sie die Soulmama raus („One And Only“), und mal singt sie die Ballade „Someone Like You“ noch intensiver, als die im Original ohnehin schon ist.

Es fällt wahnsinnig schwer, an diesem Konzert etwas auszusetzen. Der Sound stimmt, die Dramaturgie, das Timing. Die fünfköpfige Band macht genau das, wofür Adele sie engagiert hat: Sie begleitet die Künstlerin, hält sich aber unprätentiös im Hintergrund. Wenn die Jungs dann mal auf die Pauke hauen sollen („Rumour Has It“, „Rolling In The Deep“), dann zeigen sie, was für famose Musiker sie sind.

Wie beruhigend ist es bei alledem, dass auch die große Adele nicht perfekt ist. Bei „Daydreamer“ verspielt sie sich auf ihrer Akustikgitarre. Doch Adele wäre nicht Adele, wenn sie diesen marginalen Lapsus nicht mit Selbstironie weglächeln würde. Was diese außergewöhnliche Künstlerin nur noch sympathischer macht.

Thierry Backes

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