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Leonardo DiCaprio über Obama: „Unser Land hat einen Mann nach seiner Persönlichkeit beurteilt und nicht mehr nach seiner Hautfarbe.“

Interview

Im Adrenalin-Rausch

„Der Mann, der niemals lebte“: Leonardo DiCaprio über Action, Regisseure und Politikwandel

In dem Spionagefilm „Der Mann, der niemals lebte“ („Body of lies“) spielt Leonardo DiCaprio, einer der bedeutendsten Hollywoodstars unserer Zeit, unter der Regie von Ridley Scott einen CIA-Agenten. Der Streifen läuft ab kommendem Donnerstag in unseren Kinos.



In „Der Mann, der niemals lebte“ spielen Sie einen Top-Agenten, den Mann, der die „schmutzige“ Arbeit macht. Man sieht Sie durch die Luft fliegen, aus zerbombten Autos fallen. Sie werden gefoltert. Wie waren die Dreharbeiten?O, die Dreharbeiten waren sehr hart. Ich habe schon bei vielen Action-Szenen mitgedreht, aber dies ist ein Ridley-Scott-Film. Du wirst ständig hin- und hergefahren von einem Drehort zum nächsten – mit wahrer Lichtgeschwindigkeit. In jeder Sekunde konnte Ridley ins Zimmer platzen und einen Hubschrauber verlangen, der zwei Bomben auf uns abschießen soll mit dem Kommentar: „Ich möchte das sowohl hier unten als auch aus der Höhe als Satellitenbild haben und zwar sofort.“ Manchmal wusstest du einfach nicht, was als Nächstes passiert.

-Was hat das für Sie als Schauspieler bedeutet?Für den Schauspieler ist es einfach ein ständiger Adrenalin-Rausch. Du musst irrsinnig gut vorbereitet sein, weil sich jede Szene jeden Moment ändern kann. Man vergräbt sich dadurch tief in sich selbst und die Rolle: Je mehr du den Charakter kennst, den du spielen sollst, desto eher weißt du, wie er in der einen oder anderen Situation reagiert hätte. Ridley ist mehr als jeder andere Regisseur, den ich kenne, in der Lage, das Tempo bei einem Film beizubehalten. Martin Scorsese ist viel akribischer und pedantischer in der Art, einen Drehort auf die Beine zu stellen. Er ist genau und braucht viel Zeit für jede mögliche Perspektive.

-Der Typ Roger Ferris in „Der Mann, der niemals lebte“ erinnert sehr an Danny Archer in „Blood Diamond“. Gibt es eine Rolle unter all denen, die Sie schon gespielt haben, mit der Sie sich persönlich am meisten identifizieren können?Das ist eine schwierige Frage. Ich denke, Roger Ferris gibt mich ganz gut wieder: Ich bin ein Patriot, aber ich glaube nicht alles und unterschreibe nicht alles, was im Namen meines Heimatlandes geschieht. Letztlich ist der Film auch ein Film über die Ergebnisse der katastrophalen Außenpolitik der Bush-Regierung.

-Sie sprechen Politik an zu einer Zeit, in der Barack Obama zum ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden ist. Was bedeutet das für Sie?Um mit Martin Luther King zu sprechen: Unser Land hat einen Mann nach seiner Persönlichkeit beurteilt und nicht mehr nach seiner Hautfarbe. Ich könnte nicht stolzer sein auf mein Land, als ich es jetzt bin.

Das Gespräch führte Katie Kahle

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