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Erneut steht Xavier Naidoo wegen Rechtspopulismus in der Kritik.

Neues Söhne Mannheims-Lied „Marionetten“

Ärger um neues Lied! Kritiker werfen Xavier Naidoo Rechtspopulismus vor

Mannheim - In dem neuen Lied „Marionetten“ bedient sich die Band „Söhne Mannheims“ um den Sänger Xavier Naidoo rechtspopulistischer Sprache. Das sorgt für heftige Kritik.

Update vom 10. Oktober 2018: TV-Hammer: Neben Dieter Bohlen und Pietro Lombardi wird Xavier Naidoo in der neuen DSDS-Jury sitzen.

Update vom 5. Mai 2017: Etliche Medien haben „Marionetten“, den neuen Song der Söhne Mannheims, verrissen. Merkur.de hat Text und Lyrics von "Marionetten" von Xavier Naidoo analysiert.

Die Popgruppe „Söhne Mannheims“ starten eine Tour, mit im Gepäck haben sie auch den Song „Marionetten“. Dieses Lied sorgt nun für heftige Kritik, da es inhaltlich massiv Politiker angreift. So singt Sänger Xavier Naidoo: „Alles nur peinlich und sowas nennt sich dann Volksvertreter, Teile eures Volks nennt man schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter.“ 

Außerdem wirft Xavier Naidoo einer nicht genauer definierten Elite vor, sie würde die Tatsachen verdrehen. Etwa eine Anspielung auf Fake-News? Doch damit nicht genug. Die Band zitiert das sogenannte „Pizza-Gate“, selbst erwiesenermaßen eine Falschmeldung, die US-Präsidentschaftskandidatin mit einem Kinder-Pornoring in Verbindung brachte. Dazu singt Xavier Naidoo in „Marionetten“: „Und etwas namens Pizzagate gibts ja auch noch auf der Rechnung. Bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen, und wenn ich nur einen in die Finger bekommen, dann zerreiß ich ihn in Fetzen. Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen“. Außerdem drohen die Söhne Mannheims der Elite mit dem „wütende(n) Bauer(n) mit der Forke“, der dafür sorgt, dass „ihr“ einsichtig seid. Forke ist ein anderes Wort für Mistgabel.

Der neue Song sorgt derweil vor allem für Kritik und Diskussionen. Die Stadt Mannheim sieht in dem Lied „antistaatliche Aussagen“, sie dürfte inzwischen einen Imageschaden durch die Popband befürchten. Auch verschiedene Medien kritisierten den Inhalt des Songs.

Die Band weist das zurück: „Ich verstehe das Lied als Appell zum Nachdenken darüber, dass Politik oft missbraucht wird. Und da wollen wir - mit zugegeben überzeichneten Worten - aufrufen, etwas dagegen zu tun“, sagte Sänger Henning Wehland am Rande des Tourstarts der Deutschen Presse-Agentur. Der Song sei sicherlich provokativ und zugespitzt, meinte Band-Mitglied Rolf Stahlhofen. „Ich kann verstehen, dass da manche aufschreien. Aber das Lied ist kein Aufruf zur Gewalt, es ist ein Aufruf zum Dialog“, sagte der Sänger. Zum Tourauftakt spielte die Gruppe den Song allerdings nicht.

Die Band „Söhne Mannheims“ und ihr Sänger Xavier Naidoo sind schon in der Vergangenheit kritisiert worden: Beispielsweise stand Xavier Naidoo nach politischen Äußerungen vor Rechtspopulisten im Abseits. Außerdem wurde nach heftiger Kritik die Nominierung Xavier Naidoos zum ESC zurückgezogen.

bau mit dpa-Material

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