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„Desdemona“ von Gabriele Koch aus der Serie „Frauen in der Mythologie“.

Aggressives, Rätselhaftes und Poetisches zum Thema Rot

München - Ausstellung in der Galerie der Künstler: Aggressives, Rätselhaftes und Poetisches zum Thema Rot

Rot – wie die Liebe, wie die Wut, wie die Leidenschaft, wie Blut. Rot ist die wohl heftigste Farbe, voller gegensätzlicher Emotionen, immer aber brennend. Dieser Farbe widmet die Münchner Galerie der Künstler ihre Ausstellung „on to red“. Dabei geht es allerdings erstaunlich ruhig zu, die Provokation der klassischen Signalfarbe spürt man dann erst auf den zweiten Blick.

Das überraschendste Werk der 14 Künstlerinnen aus fünf Ländern und drei Kontinenten ist auch das friedlichste: Mizuho Matsungo hat eine Wand bis zur Decke ausgekleidet in sattem Zinnoberrot und darauf einen Märchendschungel kreiert: Der „Wald der Könige“ ist aus goldenen Tortenspitzendeckchen. Eine traumhafte Idee in königlicher Farbzusammenstellung.

„Nichts wird so sein wie zuvor“, behauptet Dagmar Pachtner nebenan mit im Rotlicht installierter Schrift, und man hätte sich mehr solche opulente Geschichten für die Aktivfarbe gewünscht. Das Aggressionspotenzial wird allerdings bei Gabriele Koch dann doch deutlich: Ein schreiender, aufstürmender Rebell im Profil, ein gnadenlos uns anstarrender Aufblickender aus dem Dunkel, ein verräterischer Judas mit Blut am Körper und ein verkniffenes Gesicht in Erwartung von Schmerz schälen sich rot-orange aus dem schwarzen Tableau. Neben dieser klassischen und schlagkräftigen Malerei fällt noch das amüsante, freche Video von Muda Mathis und Sus Zwick auf, das zwei Frauen sehr unterschiedlichen Volumens auf zwei Projektionen konkurrieren, tanzen, kommunizieren lässt. Um Körperlichkeit geht es auch bei Debora Kims Kleid aus Infusionsschläuchen, die sich langsam rot füllen. Schade, dass man diese so essenzielle wie verletzliche Adern-Robe nicht in einer größeren Performance sehen kann.

Poetische Bilder und Bodeninstallation aus Japanpapier, ein rätselhafter Animationsfilm zum Thema Beute, Bilder aus rostroter Erde, Fotografie und Skulptur erweitern die Ideen, für die Rot stehen kann. So werden also auch leise Töne für eine starke Farbe angeschlagen. Schadet ja auch mal nicht.

Freia Oliv

Bis 24. August,

Maximilianstraße 42,

Telefon 089/ 22 04 63.

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