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Sie holen Las Vegas nach München (v. li.): Rea Garvey, Sasha, Michael Mittermeier und Xavier Naidoo.

„Alive and Swingin’“ im Deutschen Theater

Las Vegas liegt jetzt in München

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München - Sie sind mehr als ein „Rat Päckchen“: Rea Garvey, Xavier Naidoo, Sasha und Michael Mittermeier bringen mit „Alive and Swingin’“ großartige Unterhaltung ins Deutsche Theater. Lesen Sie hier unsere Kritik: 

„Alive and Swingin’“ im Deutschen Theater, die glitzernde Las-Vegas-Sause mit Rea Garvey, Xavier Naidoo, Sasha und Michael Mittermeier – das ist grandiose Unterhaltung mit spektakulären Erkenntnissen. Naidoo, man mag es kaum glauben, hat Humor. Mittermeier kann alles tragen, sogar ein goldenes Kleid. Und der fescheste Julio Iglesias der Welt kommt nicht aus Madrid, sondern ganz profan aus Soest – und er heißt „Sasha“ Schmitz. Auf den Spuren des „Rat Packs“, von Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr., schmeißen sich die vier noch bis Mittwoch (alles ausverkauft) in Schale und beweisen, dass sie mehr sind als nur ein „Rat Päckchen“.

Michl Mittermeier gibt den Gastgeber

Die erste Entwarnung gibt’s gleich zu Beginn: Michl Mittermeier, der Krächzer aus Dorfen, singt (fast) nicht. Erst gegen Ende hoppelt er als Teilzeit-Johnny-Cash mit „Ghost Riders in the Sky“ über die Bühne. Zum Wiehern lustig! Ansonsten fungiert Mittermeier als „Host“ – im Sinne von „Gastgeber“ oder auch des bayerischen „Host mi?“. Denn er spricht Klartext und zieht Rea, Xavier und Sasha hinreißend durch den Kakao. Host-mi-Mittermeier nimmt allen Naidoo-Skeptikern den Wind aus den Segeln, indem er die Verschwörungstheorien des Mannheimers selbst genüsslich ausbreitet: „Xavier ist ein Alien, der glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist. Aber was soll’s, das habe ich an einer bayerischen Schule auch gelernt.“

Gags fliegen hin und her wie in einer Screwball-Komödie

Naidoo amüsiert sich prächtig, und die Gags fliegen hin und her wie in einer Screwball-Komödie von Billy Wilder. Tausend tolle Momente gibt es zu bestaunen. Gesungen wird natürlich auch, begleitet von der großartigen Tobias Kremer Big Band, bei der Bond-Songs live klingen wie im Kino. „Skyfall“, „Live and let die“, dazu unter anderem „Fly me to the Moon“, „That’s Amore“ und natürlich Sasha als NRW-Julio – er und Rea singen toll, Xavier singt noch toller. Und unterhaltsamer kann’s damals in Las Vegas auch nicht gewesen sein.

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