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Verhaftet von römischen Soldaten im Garten Gethsemane: Hauptdarsteller Glenn Carter in der Inszenierung von „Jesus Christ Superstar“ aus dem Londoner West End, die nun im Deutschen Theater in München gezeigt wird.

Allein Jesu Botschaft zählt

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Zu Besuch in Birmingham: Glenn Carter singt die Titelrolle in Andrew Lloyd Webbers Musical „Jesus Christ Superstar“, das nach München kommt

Birmingham - Glenn Carter hat schon an unbequemeren Kreuzen gehangen. Das Kruzifix, das von 12. April an Abend für Abend aus dem Bühnenboden des Deutschen Theaters hochfahren wird, findet er verhältnismäßig komfortabel. Carter muss es wissen, vor 19 Jahren hat er das erste Mal die Titelrolle in Andrew Lloyd Webbers und Tim Rices Musicalklassiker „Jesus Christ Superstar“ übernommen. Die Kreuzigungsszene, sie ist für den Zuschauer kaum zu ertragen. Doch: „In Wahrheit tut’s gar nicht weh, aber pssst“, erzählt er gut aufgelegt in seiner Garderobe im Hippodrome Theatre in Birmingham. Hier war das Stück bereits zu sehen, nun kommt es nach München.

Der Brite wird – man will es nicht glauben – diese Woche 52 Jahre alt. Knapp 20 Jahre älter, als der Zimmermannssohn aus Nazareth geworden ist. Mit seinem durchtrainierten Körper und den perlweißen Zähnen wirkt Carter jugendlich, hat gleichzeitig die gesangliche Perfektion des erfahrenen Londoner West-End-Stars, der er ist. Als solcher hat er keine Angst, diesen Mann zu spielen, der von Milliarden von Menschen verehrt wird. „Auch bei meinem allerersten Auftritt als Jesus war es nicht die Person, die mich eingeschüchtert hat, sondern der sehr anspruchsvolle Gesang“, betont Carter. „Ich trage nicht das Gewicht von 2000 Jahren christlicher Religion auf mir. Ich bin ein Schauspieler, der versucht, diesen Mann und seine Botschaft möglichst überzeugend rüberzubringen.“

Das Musical, mit dem Webber und Rice vor über 40 Jahren ihren Durchbruch feierten, erzählt die letzten sieben Tage im Leben Jesu. An seiner Seite ist Maria Magdalena (Rebekah Lowings) – eine Person, um deren Leben sich viele Geschichten ranken. „Viel wird spekuliert über die Beziehung zwischen ihr und Jesus. Sind sie ein Paar? Ist sie die ehemalige Geliebte von Judas? Führen die beiden Männer gar eine homoerotische Beziehung?“ Carter winkt ab: „All das ist nicht entscheidend. Es ist leicht, sich in solchen Nebensächlichkeiten zu verlieren. Wir möchten in dieser Produktion das alles bewusst aussparen und uns auf das Wesentliche konzentrieren: die Philosophie, die Jesus vermitteln wollte.“ Etwa, dass es wichtigere Dinge im Leben gebe als Selbstbezogenheit, Geld, Macht. „Maria ist die Einzige, die die Lehren Jesu wirklich lebt. Das macht sie so wichtig – da spielen mögliche sexuelle Beziehungen überhaupt keine Rolle“, findet Carter.

Für ihn ist das Musical eines der besten, das je geschrieben wurde. „Es ist ein Privileg, die Titelrolle zu singen. Ich habe das zu Tim Rice schon so oft gesagt, dass er mittlerweile genervt ist.“ Nicht nur, weil es kompositorisch so stark sei – sondern weil Text und Geschichte jeden anspreche, egal, ob Christ, Jude, Moslem, Atheist. Egal, ob jung oder alt. Nur bei der Optik gibt’s manchmal Einwände. Kürzlich kam ein Bub nach der Vorstellung zu Carter und schimpfte: „Du bist nicht Jesus, denn du hast keinen Bart!“, warf er ihm mit strenger Miene vor. Doch auch da blieb der Brite entspannt. „Es geht nicht um das Äußere. Jesus ist jeder, der er für dich sein soll. Er kann schwarz sein, Chinese, eine Frau – seine Botschaft zählt!“

„Jesus Christ Superstar“

gastiert vom 12. bis 24. April im Deutschen Theater in München. Karten unter Telefon 089/ 55 23 44 44.

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