Zimbabwe: Partei setzt Präsident Robert Mugabe ab

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Die Maß aller Dinge

- Das Oktoberfest. Es ist bunt, es ist schnell, und es ist laut. Wollte man es einem Außenstehenden beschreiben, man bräuchte ein Video. Doch selbst dann liefe der Unbeteiligte Gefahr, ein bloßer Zuschauer zu bleiben. Daraus folgt: Das Oktoberfest kann man nicht abbilden. - Wirklich?

<P>Volker Derlaths Fotografien sind schwarz-weiß, sie sind unbeweglich, und sie sind lautlos. Und doch schaffen sie es, dass der Betrachter plötzlich meint, mit dabei zu sein, im Wiesn-Geschehen. Derlaths Ausstellung "Oktoberfest-Kabinett" im Stadtmuseum wurde im Raum hinter den Marionetten und Puppentheatern des dritten Stockwerks untergebracht. Denn hierher gehören ja die 60 Bilder, die von 1987 bis 2003 entstanden: zwischen Wurfbudenköpfe und Wackelskelette, Sündenpranger und Teufelsfratzen, originale Wiesn-Antiquitäten, die teilweise noch auf den Fotos wieder zu finden sind.</P><P>Bier und Euphorie</P><P>Der Münchner Straßen- und Theaterfotograf Derlath arbeitet nachts, den Aufsteckblitz stets auf der Kamera. Ein oder zwei Maß müssten schon sein, sagt er. Um einen kleinen Teil des Lärms ausblenden zu können, aber vor allem, um selbst mitten unter den Feiernden zu sein. Er fotografiert sie nie, ohne vorher zu fragen; so hart die Bilder von Schweiß und Blut auch manchmal scheinen mögen, so wollen sie doch niemanden bloßstellen.</P><P>Auf seinen Fotos sind Menschen zu sehen, selten auch die gruseligen Automaten der Fahrgeschäfte oder die gegrillten Schweine der Festzelte. Der Fotograf hält die Emotionen fest, die Alkohol und Euphorie freisetzen, Rausch und Müdigkeit. Da gibt es traurige wie freudentaumelnde Männer, Teufel und Proleten, Vamps und Trachtenmadln, da hängt Kurioses neben Makabrem. Auf einem Bild strecken sich drei Hände in die Höhe. Die eine stemmt einen Maßkrug, die zweite steckt im dicken Verband, die dritte ist nach innen gedreht zum Blick auf die Uhr - ein Sinnbild für das Oktoberfest, eingefroren in einer Momentaufnahme. Diese Serie sei eine Lebensaufgabe, das habe er von Anfang an gewusst, so Derlath. Und nun ist er unruhig. Schließlich geht die nächste Wiens bald an.<BR></P><P>Bis 29. Mai 2005. Tel. 089/ 23 32 23 70<BR>www.stadtmuseum-online.de<BR></P>

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