Bayern-Schock: Müller verpasst wohl Leipzig-Doppelpack

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Nur das Allerbeste

München - In unserer Zeit der Werbung und Vermarktung wird mit Superlativen nicht gespart. Aber die vom Münchner Lenbachhaus geplante Wassily-Kandinsky-Ausstellung ist wirklich eine Sensation. Und die Wertungen "einmalig" und "nie wieder möglich" stimmen tatsächlich: Die drei Museen, die, international gesehen, die umfassendsten Werkbestände von Kandinsky (1866-1944) besitzten, arbeiten zusammen.

Die Städtische Galerie besitzt 600 Bilder aus dem frühen Schaffen bis 1914, Stichwort Blauer Reiter. Das Centre Pompidou in Paris kann die folgende Phase exemplarisch beleuchten, nämlich Kandinskys Arbeiten während der Russischen Revolution und dann am Weimarer Bauhaus bis 1933. Das Guggenheim-Museum in New York wiederum kann mit dem Spätwerk bis 1944 aufwarten. Damit ist klar: Erstmals nach 30 Jahren - damals im Haus der Kunst - kann man durch dieses Projekt wieder das gesamte Œuvre des Großmeisters bestaunen.

Am Dienstagabend unterzeichneten Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers, Helmut Friedel, Chef des Lenbachhauses, und Hartmut Geldmacher von E.on den Sponsorenvertrag. München wird die erste Station des Mega-Kunstgenusses sein: 25. Oktober 2008 bis 22. Februar 2009 (danach Paris und New York).

Lenbachhaus-Direktor Friedel bekennt, dass das Unternehmen "seit vielen Jahren eine Traum von mir war", betont zugleich die Bedeutung der Forschung und die Leistungen seines Hauses auf diesem Feld. "Wir wollen weg von der Eventkultur und bringen nicht nur schöne Bilder zusammen." So hat er zum Beispiel auch beim Münchner Prestel Verlag einen 800-Seiten-Wälzer mit Kandinskys frühen Texten (bis 1916) herausgegeben: wissenschaftliches Engagement - nichts für die Masse.

Aber nur damit ist die Grundlage für exzellente Ausstellungen gelegt, wie zum Beispiel die enorm erfolgreiche Franz-Marc-Präsentation 2005 bewies. Deswegen kann Friedel auch zu Recht seine Kollegin Annegret Hoberg als "Kapazität" preisen. Angesichts der gigantischen Arbeitsbelastung (bereits seit zwei Jahren) bleibt sie gelassen und lächelt: "Kandinsky ist ein sehr inspirierender und beflügelnder Künstler."

Rund 90 Arbeiten wird man zeigen. Die Auswahl sei extrem streng gewesen: Nur das Allerbeste wurde erkoren, nur Gemälde, nur Großformate, nur Bilder, die für Kandinskys ästhetische Entwicklung ausschlaggebend gewesen waren und die er selbst für seine wichtigsten hielt. Für München, findet Hoberg, sei es schön, "Kandinsky mal anders wahrzunehmen", nicht nur als Blauen Reiter.

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