Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

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Das andere München

- Ein fach- und sachkundigeres Publikum lässt sich kaum vorstellen: Musikwissenschaftler, so weit das Auge reicht. Sie treffen sich derzeit zum Symposium "Karl Amadeus Hartmann - Komponist zwischen Fronten und zwischen Zeiten", das das musikwissenschaftliche Institut der LMU anlässlich des 100. Geburtstags des Münchner Komponisten ausrichtet.

Musik, die zum Kern des Menschseins führt

Zum Auftakt gab es einen Festakt im Prinzregententheater. Bayerns Kunstminister Thomas Goppel betonte, dass Hartmann in NS-Zeiten "das andere München" verkörpert und seine Musik wie ein Seismograph auf das 20. Jahrhundert reagiert habe. Detlef Altenburg, Präsident der Gesellschaft für Musikforschung sprach davon, "dass Hartmanns Musik zum Kern des Menschseins" führe. Auch nach dem Krieg habe sie nicht glatt ins Repertoire rutschen können, und es gelte Hartmann neu zu entdecken.

Damit konnte beim Festakt gleich begonnen werden: Seine beiden selten zu hörenden Kantaten "Kohlenbrot" (Johannes R. Becher) und "Wir haben eine Welt zu gewinnen" (Karl Marx) wurden vom Vokalensemble Singer Pur in markanter Schlichtheit präsentiert. Schmunzelnd erinnerte Hartmut Schick, Ordinarius der Münchner Musikwissenschaft, danach daran, dass in einem bayerischen Staatsakt sicher noch nie Texte aus dem Kommunistischen Manifest zu hören waren.

Als heutiger Leiter der von Hartmann 1945 gegründeten "musica viva" würdigte Udo Zimmermann den Kollegen. Er wies darauf hin, dass die Jahre des Faschismus, die Hartmann in die innere Emigration trieben, eine Achse waren, die seinem Leben und Wirken "eine unausgewogene Symmetrie" gaben. Sie hätten ihn zwar nicht zum Verstummen gebracht, aber den vom Aufbruch in den Zwanzigerjahren Beeinflussten zu Tönen der Verwundung, zu Anklage und Protest geführt.

Mit der musica viva habe Hartmann das deutsche Musikleben nach dem Krieg wieder "in Kontakt mit der Welt gebracht", wobei er als Mittler und nicht Disziplinierer fungiert habe.

Mit einer höchst intensiven, spieltechnisch auf erstklassigem Niveau musizierten vierten Symphonie ließ das Münchener Kammerorchester den Komponisten wirklich lebendig werden. Alexander Liebreich, ab nächster Saison Chef des Orchesters, paarte äußerste Präzision mit einer ausdrucksstarken, dabei immer strukturhellen Interpretation. Die vorzüglichen Streicher folgten ihm bedingungslos.

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