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Der niederländische Violinist André Rieu.

Trotzdem gab es böse Blicke

Rieu lässt sich in Olympiahalle als Walzerkönig feiern

München - André Rieu ist in der Münchner Olympiahalle aufgetreten. Er ließ sich als Walzerkönig feiern. Und trotzdem gab es böse Blicke. Die Konzert-Kritik. 

Der musikalische Höhepunkt erklingt am Anfang von Teil 2: Sopranistin Iva Schell, Witwe von Schauspieler Maximilian Schell, schmettert in blauem Abendkleid „Liebe, du Himmel auf Erden“ aus Paganini von Franz Lehar. Begleitet vom niederländischenGeigerAndré Rieu und seinem 60-köpfigen Johann-Strauss-Orchester. Wie jeden Jahresanfang ist Rieu auch am Sonntag wieder in der Münchner Olympiahalle. Und alles ist wie immer. Alles perfekt inszeniert, pünktlich, lässig, Luftballon-bunt, kitschig, aufwendig präsentiert, sympathisch. Er wird wie ein(Walzer-) König gefeiert.AmEndeschunkeln und tanzen alle, sogar das Orchester. Es ist eine Mischung aus Musikantenstadl und Karneval. 

Nur das kurze Kunst-Schneegestöber kommt nicht bei allen so gut an, vor allem bei 

denen nicht, die genau drunter sitzen. Böse Blicke tatsächlich bei Rieu? Aber nur wenige. Was ist nur das Geheimnis des André R.? Die Art von Musik, die kein anderer live spielt, sei ein Grund, sagt er selbst, dazu Humor, Kollegialität, harte Arbeit. Ihm haftet seit seinem Durchbruch 1994 das Klischee des Walzerkönigs an, und er bedient es voll und ganz und mit viel Leidenschaft. Er sieht immer blendend aus, die Locken wallen, die weißen Zähne strahlen. Dazu geigt er 

Klassik ziemlich frei und flott. Deshalb wird er von Musikpuristen gehasst, von vielen, vor allem jungen Leuten belächelt und von noch mehr Menschen geliebt. Nach zwei Stunden lacht der schöne André und inzwischen fünffache Opa immer noch in die Kameras. Einmal gestand er: „Selber Walzer tanzen kann ich nur schlecht. Ich spiele lieber den Walzer.“ Sicher auch nächsten Januar wieder.

Marco Mach

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