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Das Residenztheater in München.

Residenztheater München

Andreas Beck wird wohl Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels

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Das Auswahlverfahren in München ist offenkundig abgeschlossen, am Theater Basel hat Andreas Beck bereits seinen Rückzug bekannt gegeben: Alles deutet darauf hin, dass er als Intendant ans Residenztheater wechselt.

München - Bayerns Politik kreist momentan weniger um Sachthemen denn um Personalfragen in der CSU. Und doch läuft im Hintergrund dieser Groteske, die momentan auf ein Happy End zuzusteuern scheint, die Arbeit in den Ministerien weiter. Interessierten sich Seehofer und Co. trotz des Dramas in Berlin und München noch en passant für das neue Konzerthaus, dürften sie die Entscheidungsfindungen in Sachen Oper und Staatsschauspiel ganz Kunstminister Ludwig Spaenle überlassen – und er wiederum überlässt sie Toni Schmid. Der ist zwar nicht mehr Chef der Abteilung „Kunst und Kultur“, bleibt indes als Ratgeber die Graue Eminenz in diesem Bereich. Die Neubesetzung der Leitungsämter in der Staatsoper hat er offenbar schon gedeichselt. Wie berichtet, kommen 2021 wohl Serge Dorny als Intendant und Vladimir Jurowski als Generalmusikdirektor, die Nikolaus Bachler und Kirill Petrenko ablösen.

Andreas Beck

Die zweite Baustelle am Max-Joseph-Platz, das Bayerische Staatsschauspiel mit den Spielstätten Residenz- und Cuvilliéstheater sowie Marstall, führte Toni Schmid dem Vernehmen nach häufig in die Schweiz. Er suchte nach einem Nachfolger für Martin Kušej, der sich – vorzeitig – 2019 ans Wiener Burgtheater verabschiedet. Wie unsere Zeitung vermutete, sind Barbara Frey (Jahrgang 1963), Intendantin des Schauspielhauses Zürich, und Andreas Beck (Jahrgang 1965), Intendant des Theaters Basel, heiße Kandidaten für den Münchner Posten. Anscheinend ist das Auswahlverfahren jetzt abgeschlossen, sind die Verhandlungen in der Endphase. Deshalb dürfte Spaenle seinen Kabinettskollegen bald die neue Führungspersönlichkeit zur Absegnung vorstellen. 

Beck war von 1994 bis 1997 Dramaturg in München

Die Indizien haben sich freilich nun so gehäuft, dass man davon ausgehen kann: Andreas Beck kommt nach München. Das Theater Basel hat gestern zudem bekannt gegeben, dass der Theatermann 2020 das Dreispartenhaus verlässt. Mit München wird er nicht fremdeln. Er kennt die hiesige Theaterszene gut und auch die Eigenheiten des Publikums. Beck, geboren in Mülheim/Ruhr, hat nämlich in München (und Bologna) Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Soziologie studiert. Außerdem war er nach seiner Assistentenzeit am Wiener Burgtheater von 1994 bis 1997 als Dramaturg am Residenztheater engagiert. Danach ging’s nach Stuttgart, Hamburg und erneut an die Burg. Dafür war Andreas Beck übrigens heftig im Gespräch, bis Kušej das Rennen machte. Also trägt das Ringelspiel den Deutschen zurück an die Isar und den Österreicher zurück an die Donau.

Was Beck auszeichnet, ist, dass er in großen Strukturen denken kann. An seinem Baseler Haus sind auch Oper und Ballett beheimatet. Als gelernter Dramaturg hat er nicht nur einen weiten Blick, sondern während seiner Laufbahn auch etwa mit Autorenprojekten trainiert, Menschen zu animieren, schöpferisch aus sich herauszugehen. Das konnte er vor allem ab 2007 als Chef des Schauspielhauses Wien und ab 2015 als Intendant des Theaters Basel ausbauen. Das ist mit ein Grund, dass einer von Andreas Becks Hausregisseuren, Simon Stone, sich zu einem Starregisseur im deutschsprachigen Raum entwickeln konnte. Dessen Inszenierung von Tschechows „Drei Schwestern“ begeisterte bei den Berliner Theatertagen.

Beck sorgt am Dreispartenhaus für ein ausgeglichenes Programm und obendrein dafür, dass die Gattungen einander befruchten. Das Denken in Bezügen ermöglicht darüber hinaus die Zusammenarbeit mit anderen Theatern. So hat man sich mit der Burg zusammengetan. Simon Stone probt dort gerade ein Strindberg-Projekt, wobei Schauspieler aus beiden Ensembles zusammengeführt werden. Wenn Beck das Rennen macht, darf man gespannt sein, was er sich für seine neue alte Wirkungsstätte ausdenkt.

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