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Andreas Bourani.

Konzertkritik

Augsburger Popkiste: Bourani in der Muffathalle

München - Sechs bis 60 – Andreas Bourani kriegt jede Altersgruppe. Das wird schon vor seinem Konzert am Donnerstag in der proppevollen Münchner Muffathalle deutlich: die Kritik zur Show.

Der gebürtige Augsburger ägyptischer Abstammung und Wahl-Berliner mit der unverwechselbaren Stimme will Pop für alle machen, sagt er. Und das hört man dann auch. Willkommen in der Augsburger Popkiste.

Andreas Bourani beginnt kraftvoll – mit dem Mutmachsong „Wieder am Leben“. Der passt. Seit er 2014 die ARD-Hymne zur Fußball-WM lieferte („Auf uns“) läuft es für den 31-Jährigen prächtig. Sein erster 2011er-Hit „Nur in meinem Kopf“ lässt nicht lange auf sich warten. Dazu unaufgeregt-humorvoller Smalltalk und Summen mit den Fans. Etwas Lichtshow. Die Stimmung ist gut. Doch nach einer halben Stunde bricht sie ein bisschen ein, scheint es, als ob der 1,90-Meter-Mann die Verbindung ins Publikum verliert. Das zeigt: Im Vergleich zu seinen Radiokrachern fallen die anderen Lieder seiner bisher zwei Alben ab. Alle emotional, zum Lachen oder Weinen, alle aber etwas zu eingängig, allgemeingültig, glattgebügelt. Pop für alle eben. Die Verse teils holprig: „Ich gebe dir meine Luft, weil du ja atmen musst.“

Die Rettung aus dem Stimmungstief kommt nach einer Stunde in Form seiner aktuellen Single „Auf anderen Wegen“. Eine traurig-schöne Ballade in einer Live-Langversion. Die Smartphones leuchten. Und dann folgt endlich das Lied, auf das alle warten: die Freundschaftshymne „Auf uns“. Andreas Bourani spielt sie zunächst allein am Klavier. Stark. Erst danach setzt die Band ein. Der Rest ist eine verspätete WM-Party, die nach knapp zwei Stunden endet.

Marco Mach

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