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Andreas Gabalier hat in Wien ein „Unplugged“-Album aufgenommen.

Als erster Ösi bei „MTV Unplugged“

Gabalier will noch mehr: Seine Pläne für das neue Jahr

München - Im Interview spricht Andreas Gabalier über seinen Erfolg, über Ängste und die Familienplanung mit Freundin Silvia Schneider.

Er verkauft Millionen Platten, füllt die größten Stadien und spielt vor Tausenden Fans. Aber – Andreas Gabalier kann auch anders: Der 32-Jährige hat ein MTV Unplugged aufgenommen. Ab heute ist es im Handel, am Sonntag (23.30 Uhr) zeigt Sat.1 Ausschnitte. 

Herr Gabalier, höher, schneller, weiter: Sie sorgen jedes Jahr mit neuen Superlativen für Furore. Treibt Sie der Ehrgeiz?

Andreas Gabalier: Schon, ich bin halt Vollblutsportler! Ich trete ungern auf der Stelle, mir wird fad, wenn nichts vorwärtsgeht, und ich erobere gerne Neuland. Natürlich müssen auch für die Fans immer wieder Anreize geschaffen werden, damit sich was bewegt. Also bin ich der erste Österreicher, der ein MTV Unplugged-Album aufgenommen hat. Auch der erste Österreicher, der ein deutsches Bundesliga-Stadion gefüllt hat …

Volles Oly-Stadion - „es kribbelt doch“

Im Juli spielten Sie vor über 70 000 Menschen im Münchner Olympiastadion.

Gabalier: Wenn ich an den Tag denke, kribbelt’s noch. Ich saß am Nachmittag lange auf der Tribüne, um die Atmosphäre aufzusaugen, mir anzusehen, wie die Massen hereinströmen: Schlangen von mehreren Hundert Metern, nur fröhliche Gesichter, alle hatten Dirndlkleider und Lederhosn an …

Was kann das noch toppen?

Gabalier: Vieles, hoffe ich. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, sage ich – obwohl, das klingt jetzt protzig, oder? Also bei aller Bescheidenheit: Wir wollen nächstes Jahr in gleich mehreren großen Stadien spielen und zum Beispiel auch mal das Konzertgelände am ­Hockenheimring vollmachen. Auch fürs Ausland gibt es ein paar verrückte Pläne, ich will in New York, Singapur oder Shanghai auftreten, noch mehr Träume realisieren. Also, wer weiß, wohin die Reise noch geht.

Wie groß war der Respekt vor „MTV Unplugged“?

Gabalier: Riesig! MTV Unplugged ist ein Mythos, ein Format, das fast drei Jahrzehnte überdauert hat. R.E.M, Eric Clapton, Nirvana … Das habe ich als Junge gehört – in einer Zeit, in der man noch Mixtapes auf Kassette aufnahm – das ist Musikgeschichte. Es ging für mich schon auch darum, mich dieser Legende würdig zu erweisen. Und meiner Marke eine neue Facette hinzuzufügen.

Kinder? Momentan noch nicht

Wie würden Sie Ihre Marke definieren?

Gabalier: Der Begriff „Volks-Rock-’n’-Roll“ beschreibt das doch gut. Es geht natürlich erst mal um die Musik, die eigentlich in keine Schublade passt: zu weich für harten Rock und zu soft für Austropop. Aber es ist auch ein bestimmtes Lebensgefühl dazugekommen.

Was genau soll das denn sein?

Gabalier: Das ist schwer in Worte zu fassen, ohne gleich esoterisch rüberzukommen. Es ist positiv, hat mit Lebensfreude im weitesten Sinne zu tun, sicher auch mit gewissen Werten und mit der von mir manchmal besungenen Heimatliebe. Und: Die jungen Leute richten sich ordentlich her, wenn sie zu mir aufs Konzert kommen, wann hat’s denn so was in den letzten 40 Jahren gegeben – also abseits von Musical und Oper? Dass die Dirndl-Industrie seit fünf Jahren einen Aufschwung erlebt, darf ich mir nachweislich mit auf die Fahnen schreiben.

Sie sind seit einiger Zeit mit der Moderatorin Silvia Schneider liiert. Wollen Sie Kinder?

Gabalier: Wollte ich eigentlich immer – aber im Moment wäre es mir zu viel Verantwortung. Vielleicht muss ich auch erst mal wieder durchschnaufen. Ich habe bis Weihnachten volles Programm, aber dann wird’s ruhig. Im Januar gehen Silvia und ich 20 Tage zum Skifahren. Fragen Sie mich dann noch einmal! (Lacht.)

Frank Rauscher / tsch

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