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Ein Mann und seine Tuba: Andreas Martin Hofmeir.

Neuerscheinung

Andreas Martin Hofmeir erzählt wahre Schmankerl aus seinem Leben

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München - Andreas Martin Hofmeir erzählt in seinem neuen Buch "Kein Aufwand. Schrecklich wahre Geschichten aus meinem Leben mit der Tuba" amüsante autobiografische Anekdoten.

In diesem Buch ist alles zu 100 Prozent wahr. Auch die Geschichte mit der Pornodarstellerin. Andreas Martin Hofmeir scheint die skurrilen Momente im Alltag nur so anzuziehen. Gottlob hat er sie alle notiert. Und in seinem neuen Buch, „Kein Aufwand. Schrecklich wahre Geschichten aus meinem Leben mit der Tuba“, zusammengefasst. Seit dieser Woche ist es im Handel.

Wer gern herzlich lacht, sollte es lesen. Und zur Sicherheit auch gleich das Hörbuch dazukaufen. Denn beim Hören kommt der unnachahmliche Erzählstil des 37-Jährigen so richtig zur Geltung. Kürzlich hat er im Viehhof München gezeigt, was das heißt. Wenn Hofmeir zur Lesung bittet, dann dauert’s schonmal etwas länger. Fünfeinhalb Stunden, um genau zu sein. Er sitzt dann da, mit nackerten Füßen, und erzählt, liest, trägt verspielte Gedichte vor; neben ihm der Brasilianer Guto Brinholi an der Gitarre – sein „natürlicher Keuschheitsgürtel“. Der Südländer fängt alle Groupies ab. „Der Tubist wird von den Damen allenfalls belächelt.“

Seit 1998 ist der in der Holledau aufgewachsene Musiker als Kabarettist unterwegs, das neue Buch vereint die Kabarettprogramme Nummer 11 und Nummer 12, angereichert durch weitere Schmankerl aus seinem Leben. Mit den amüsanten Bühnenprogrammen hat er, der mittlerweile am Mozarteum Salzburg als Professor unterrichtet, sein Studium an der Musikhochschule finanziert. Das Instrument seiner Wahl: die Tuba. Aus ganz pragmatischen Gründen: „Tubist wird man, weil man für ein anspruchsvolles Instrument einfach keinen Ehrgeiz hat. Oder weil man nicht üben will, aber trotzdem auf die Biermarken beim Volksfest spechtet“, beginnt er seine autobiografischen Geschichten. Und weil die – so verspricht er ohne Ironie – einen absoluten Wahrheitsgehalt haben, erfahren wir hier, dass er von Beginn an zu faul zum Üben war. „Bis zum Kapitel ,Hannover‘ ging die Faulheit, und das ist ja schon zwei Drittel des Buches. Ab da habe ich angefangen, diesen Aufwand zu treiben“, erzählt er.

Ab seiner Aufnahme an der Musikhochschule Hannover also – immerhin bereits 22-jährig – ging es los mit dem ambitionierten Spiel. Seitdem spielte er unter anderem mit den Wiener Philharmonikern, war Stipendiat der Orchesterakademien der Berliner und der Münchner Philharmoniker, gewann als erster Tubist überhaupt den Deutschen Musikwettbewerb und den Echo Klassik als bester Instrumentalist. Ganz nebenbei war er weiterhin als Kabarettist in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Also doch nicht so träge, Herr Hofmeir? „Man kann sagen: Ich bin der faulste Workaholic, den ich kenne“, meint er dazu. Das Verfassen der Programme schiebe er heraus bis zum letztmöglichen Abgabetermin – „und dann schreibe ich Tag und Nacht“.

Ein Großteil des neuen Buches entstand in einem Maleratelier in München, wo er einst mit LaBrassBanda auf einer Hochzeit spielte. Es war einer der ersten Auftritte der beliebten bayerischen Blasmusik-Band. Seit 2014 ist Hofmeir nicht mehr bei LaBrassBanda dabei, es wurde terminlich dann doch zu eng. Immerhin: Knapp 50 bis 60 Mal im Jahr tritt er mit seiner mehrstündigen musikalischen Lesung auf. Und erwägt, einen dritten Teil zu schreiben, die Weiterführung seiner erlebten Geschichten.

Doch ist 37 nicht zu früh für eine Autobiografie? Auf keinen Fall – „ich kann allen Leuten nur empfehlen, ihre Biografie zeitig zu schreiben – weil ich bei mir selbst merke, dass ich im Begriff bin, mein bisheriges Leben komplett zu vergessen“, betont er schmunzelnd. Und es wäre ja auch zu schade, würde er die vielen Anekdoten für sich behalten.

Wie die von der Pornodarstellerin. Was da los war? Die wäre gern mit ihm im Duett aufgetreten. Im Sinne von: Er spielt die Tuba, sie lässt dazu die Hüllen fallen. Ist nichts draus geworden. Er hatte ihr zwar seine Nummer notiert, angerufen hat sie jedoch nie. „Na, vielleicht hat sie sie ja einfach verloren“, tröstet sich der Musiker. Immer schön pragmatisch bleiben, was nicht sein soll, soll nicht sein. So sind sie eben, die Tubisten.

Andreas Martin Hofmeir:

„Kein Aufwand. Schrecklich wahre Geschichten aus meinem Leben mit der Tuba“, btb Verlag München, 221 Seiten; 14,99 Euro.

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