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Wieder eine musikalische Kelly-Family: Angelo Kelly mit Fr au Kira und den fünf gemeinsamen Kindern.

Interview

Angelo Kelly: „Musik ist meine Berufung“

München - Als Kind wurde Angelo Kelly mit seinen Geschwister bei der Kelly Family zum Star, mittlerweile hat er eine eigene Familie, die Musik macht. Am 9. Dezember treten sie in München auf. Wir haben mit Angelo Kelly gesprochen. 

Bekannt ist Angelo Kellyvielen noch als Küken der Kelly Family, einer der erfolgreichsten Pop-Gruppen der 90er-Jahre. Songs wie „Angel“ und „I can’t help myself“ standen damals wochenlang an der Spitze der Charts, Angelo und seine Geschwister wurden im Teenageralter zu umjubelten Stars. 

Inzwischen hat das Küken seine eigene Familie:Mit seiner Frau Kira hat Angelo fünf Kinder. Und auch diese Kellys machen gemeinsam Musik: 2015 erschien das Album Irish Christmas, auf dem das Ehepaar Kelly und ihre vier ältesten Kinder Weihnachtsklassiker im Stil irischer Folkmusik interpretieren, eine Tour für die Adventszeit ist geplant. In München ist die Familie am 9. Dezember um 19 Uhr im Herkulessaal zu Gast. Wir haben mit Angelo Kelly über frühen Ruhm, seine Kinder und Weihnachten in Irland gesprochen.

Herr Kelly, 2007 traten Sie das letzte Mal mit Ihren Geschwistern als Kelly Family auf. Inzwischen machen Sie mit Ihren eigenen Kindern Musik. Wie kam es dazu?

Angelo Kelly: Ich hatte bereits einige Jahre alleine Musik gemacht, als meine Frau und ich vor rund sechs Jahren mit den Kindern in ein Wohnmobil gezogen sind. Damals sind wir mehrere Jahre quer durch Europa gereist und hatten auch einfach mal die Zeit und die Ruhe, als Familie Musik zu machen. Während dieser Zeit hat es sich so entwickelt, dass die Kinder viel über Musik gelernt haben. Als ich 2012 zum ersten Mal wieder auf Tour ging, haben meine Kinder bei den Konzerten drei Lieder mitgesungen. Auf späteren Touren dann auch mal mehr. So hat sich das entwickelt bis zu dem Punkt, an dem wir jetzt als Familie komplett zusammen Musik machen. Sie selber standen ebenfalls schon in sehr jungen Jahren auf der Bühne.

Die Kelly Family war in den 90er-Jahre-Jahren quasi jedem ein Begriff, Sie waren ständig auf Tour. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Kelly: Ich habe das damals sehr genossen. Ich habe Musik immer geliebt und an die Bühne selber keinerlei negative Erinnerung. Ich kann natürlich nicht für meine Geschwister sprechen, aber ich bin damals da reingewachsen und liebe diese Arbeit nach wie vor. Musik ist einfach meine Berufung. Was allerdings oftmals nicht so schön war, war die Masse an Medienterminen und das Reisen. Irgendwann war da einfach zu viel anderes Zeug um die Musik herum. Auch die Aufmerksamkeit der Fans war damals alles andere als gering. Es gab Zeiten, da konnten Sie nur unter Polizeischutz in die Öffentlichkeit.

Wie geht man als Teenager mit so etwas um?

Kelly: Natürlich gab es Phasen, in denen man vielleicht lieber mal seine Ruhe gehabt hätte. Aber ich wusste damals schon, es geht nicht anders. Der Zug war abgefahren, wir waren zu erfolgreich, zu groß, um mal einfach so auf Pause zu drücken. Wir mussten da durch. Ich selber habe das aber auch nicht so an mich herangelassen. Wenn bei Konzerten Tausende von Fans mit Schildern im Publikum standen, habe ich das nicht unbedingt auf mich bezogen. Für mich war das alles nicht ganz real, und das war auch gut so. So konnte ich mich auf meine Musik konzentrieren und habe mich nicht ununterbrochen damit beschäftigt, wie toll mich gerade alle finden.

Haben Sie mit Ihrer Frau darüber gesprochen, ob und wie Sie bei dem jetzigen Projekt solche Randerscheinungen des Ruhms in kindgerechten Dimensionen halten wollen?

Kelly: Absolut! Meine Frau kennt mich seit meiner Kindheit und hat so auch all die Phasen meiner Berühmtheit miterlebt. Das ist unser Vorteil: Wir haben das alles schon durch und wissen, wie viel gut und wie viel schlecht ist und welche Elemente des Ganzen man so klein wie möglich halten sollte.

Das heißt?

Kelly: Die Kinder geben keine Interviews, wir machen nur sehr selten Fernsehauftritte zusammen und wenn dann meist nur, um ein Lied zusammen zu spielen. Ich mache die Arbeit drum herum, das heißt, gerade wenn wir auf Tour sind, bin ich den ganzen Tag beschäftigt, aber die Kinder machen wirklich nur den Auftritt und sonst nichts. Man muss das Pensum runterschrauben. Momentan geben wir als Familie pro Jahr höchstens 30 Konzerte. Bei mir waren es zu Spitzenzeiten 200 und mehr, dazu kamen Alben und alle möglichen Termine. Ich weiß, so etwas ist auf Dauer zu viel, und irgendwann geht einem die Energie aus. Wir halten alles kleiner.

Interview: Annika Schall

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