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Anna Fischer als Beratungslehrerin Sarah.

Merkur-Interview mit Anna Fischer

Anna Fischer: „Ohne Humor steht man das Leben nicht durch“

München - Anna Fischer spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über Schwarze Komödien, Lachanfälle bei Nacktszenen und ihren neuen Film „Besser als nix“.

Sie gehört zu den vielseitigsten und vielversprechendsten Schauspielerinnen der jüngeren Generation. Der 28-jährigen Berlinerin Anna Fischer gelang mit ihretwegen preisgekrönten Produktionen wie „Liebeskind“ und dem TV-Zweiteiler „Teufelsbraten“ der Durchbruch. In Ute Wielands Kinofilm „Besser als nix“ ist sie ab Donnerstag als Beratungslehrerin Sarah zu sehen, die dem orientierungslosen Tom (François Goeske) Halt gibt.

„Besser als nix“ ist das erstaunlich gelungene Beispiel für eine deutsche Komödie, die fast eine britische sein könnte, so schwarz, böse und morbide ist ihr Humor.

Ich wollte immer mal bei einer Black Comedy dabei sein, daher war ich schon interessiert, bevor ich das Drehbuch überhaupt gelesen hatte. Ich finde es toll, dass alle Figuren auch noch ein par Ecken und Kanten behalten durften und nicht alles so massentauglich abgefrühstückt wurde, wie man das sonst viel zu häufig macht. Der Zuschauer muss schon mitdenken. Aber eigentlich ist es doch das, was wir alle immer wollen, oder? (Lacht.) Nicht veräppelt werden, sondern einen Film sehen, der uns als Publikum auch ernst nimmt und uns nicht für komplett blöde verkauft. Und das Ganze bitte mit ein bisschen Witz. Ohne Humor steht man doch das ganze Leben nicht durch.

Der bitterböse Humor zieht sich bis zum Ende konsequent durch.

Genau, das kennt man sonst doch nur aus britischen oder französischen Filmen. Das merkt man schon beim Drehbuchlesen. Unabhängig davon, ob es ein Kassenschlager wird, ist meine erste Frage an eine Rolle immer: Berührt es mich, oder berührt es mich nicht? Nervt es mich, oder nervt es mich nicht? Wenn man dann ein Skript liest, das einen sofort so anspringt, dann ist auch klar, dass man da mitmachen muss.

Lesen Sie alle Drehbücher selbst?

Natürlich! Ich kann es mir gar nicht anders vorstellen. So habe ich angefangen, so bleibt das auch. Nur ich kann doch entscheiden, ob ich das spielen kann oder nicht. Mir können zwar andere helfen und mich beraten, ob ich eine Rolle übernehmen sollte oder nicht. Aber die letzte Entscheidung, die will ich gar nicht abgeben oder von Leuten abhängig machen.

Ihre Rolle der Lehrerin Sarah ist ja eher klein...

Ich spiele wahnsinnig gerne, egal ob es eine anspruchsvolle Rolle ist oder ob ich bei einem ganz leichten Unterhaltungsfilm mitspiele. Oder ob ich die Hauptrolle habe oder nur wie hier eine Nebenrolle. Ich will spielen und die Leute mit meinem Spiel berühren. Dafür brauche ich nicht immer den großen Eventmovie. Das Publikum bewegen, das geht, wenn man sich Mühe gibt, immer. Die Hauptsache ist doch, dass es eine gute Geschichte ist, die einfach läuft. Und das hat bei „Besser als nix“ einfach alles gepasst.

Der Film kreist um das Thema Tod. Die junge Sarah ist davon noch am wenigsten betroffen.

Tod ist ja etwas, was uns ehrlich gesagt ständig umgibt. Die Frage ist: Wie kann man das in einen Film verpacken? Und wie viel Humor kann man hineinstecken, ohne dass es pietätlos wird? Das gelingt dem Film sehr gut, finde ich.

Nacktszenen stören Sie nicht?

Na ja, nicht mehr so stark, aber locker ist für mich so ein Drehtag nicht. Für mich ist eine Nacktszene schon ein großes Ding. Daher will ich vorher genau wissen, wie es abläuft, wer da ist und so. Solche Szenen empfinde ich als nicht einfach, und daher ist für mich das Team dann sehr wichtig, welches mir ein sicheres Gefühl vermittelt. Da es schon eine komische Situation ist, in der ich aus Scham auch mal einen Lachanfall bekommen kann.

Das Gespräch führte Ulrike Frick.

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