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Versunken in die Musik: Bob Geldof.

Bob Geldof: Mit ansteckender Energie

München - Bob Geldof spielt in München eines der besten Konzerte des Jahres. Hier lesesn Sie die Konzertkritik:

Wenn ein Musiker ein grandioses Nachwuchstalent wie Jem Cooke als Vorgruppe auftreten lässt, die das gut gefüllte Prinzregententheater mühelos in Rage versetzt, dann zeugt das von Selbstbewusstsein. Bob Geldof freilich zeigt schon mit den ersten Takten, dass dieses Selbstbewusstsein berechtigt ist. Er dreht den Regler für die Betriebstemperatur sofort auf Anschlag und eröffnet mit seinem größten Solo-Hit „The Great Song Of Indifference“. Und wenn er singt: „Ist mir doch alles egal“, ist das programmatisch.

Geldof war schließlich mit der Band The Boomtown Rats einer der Stars der Gegenkultur, bevor er als Organisator von „Live Aid“ zur Ikone verklärt wurde. Wie geht man damit um? Gar nicht. Geldof ignoriert es und wirft sich mit einem jugendlichen Schwung in Musik, die man einem 60-Jährigen nicht ohne weiteres zutrauen würde. Und die Musik, das hat man bei all den Geschichten um den guten Menschen aus Dublin ein wenig vergessen, ist großartig. Das gilt sowohl für die lange nicht mehr gehörten New-Wave-Schüttler von den Boomtown Rats als auch für die Solo-Projekte. Die Energie wirkt ansteckend. Geldof lotet lustvoll und kraftvoll alle Stile aus, springt beherzt von Ska über Blues bis hin zu Folk und sogar ein wenig Country: eines der besten Konzerte des Jahres.

Übrigens, bereits vor 25 Jahren hat Geldof seine Autobiografie geschrieben. Sie heißt: „Is that it?“ – „War’s das schon?“ Die Antwort ist: Nein, das war es noch nicht, Sir Bob.

Von Zoran Gojic

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