Anstehen für 'ne Currywurst

München - Die Frau ist eine Schau. Und dafür wird sie vom Publikum geliebt - erst recht bei ihrem Heimspiel in München. Barbara Schöneberger schnoddert und schnarrt sich da durch den Abend, als stünde sie beim "Bergwolf" für eine Currywurst an - und nicht auf der Bühne des Herkulessaals. Ihr Konzept, die Diva mit Bodenhaftung zu geben und große Gesten mit großer (und schneller) Klappe zu kombinieren, geht ganz wunderbar auf an diesem mit "One Night to Remember" überschriebenen Abend.

Es sinniert die 33-Jährige also über Attraktivität und Verschwinden des "Eartha-Kitt-Ausstellschritts" ("Macht heute keiner mehr - außer Florian Silbereisen."). Sie macht sich über Eva Hermans jüngste Thesen lustig ("Seit heute wird zurückgeputzt!", dröhnt sie im Hitler-Sprech) und findet obendrein noch Zeit, vier Mal ihre Garderobe zu wechseln. Zweifelsohne: Schöneberger teilt gerne reichlich aus - selbstverständlich auch an sich: "Wenn Sie sich bisher gefragt haben, was die dicke Frau da auf der Bühne macht..."

Ach ja, Barbara Schöneberger singt auch noch. Ohne Ausbildung, dafür mit ordentlich Volumen (und Begeisterung sowieso) sowie geschickt ihre eingeschränkte stimmliche Variationsfähigkeit überspielend, intoniert sie eingängige Cover-Versionen von Jazz-Pop-Schlager-Perlen des 20. Jahrhunderts und Songs, die ihr für diese Tournee geschrieben wurden. In den Texten geht es meist um "ran an den Mann, solange er noch kann". Schwungvoll und - wo nötig - zurückgenommen wird sie dabei von den Musikern des "Berlin Pops Orchestra" begleitet.

Großes Entertainment also, bei dem nur die Show-Treppe fehlte. Dafür räkelt sich Schöneberger jedoch irgendwann auf dem Flügel, hingegossen wie einstmals Michelle Pfeiffer in "Die fabelhaften Baker Boys".

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