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Schimmel traben zum Klang einer Violine im wallenden Nebel: „Apassionata – Gemeinsam bis ans Ende der Welt“ brachte in die Münchner Olympiahalle etwas Kitsch – aber auch Komik.

Apassionata: Pferde-Schau mit Zebra und Esel

München - „Apassionata – Gemeinsam bis ans Ende der Welt“ begeisterte in München vor allem die jungen Zuschauer. Die sensationelle Akrobatik der Show klappt aber nicht immer - und so schleichen sich Pannen in das sonst so perfekte Programm.

Pferde sind die einzigen Tiere ihrer Art, die noch leben. Andere Gattungen sind längst ausgestorben und heute nur noch als Fossilien zu bestaunen. Vielleicht sind die eleganten Vierbeiner deswegen so beliebt, und vielleicht steht deswegen quasi jedes Mädchen auf sie. Ein Tummelplatz für Pferdeliebhaber der meist weiblichen Sorte jedenfalls bot am Wochenende die gut gefüllte Münchner Olympiahalle. Die Pferde-Show „Apassionata – Gemeinsam bis ans Ende der Welt“ begeisterte – wohl auch, weil trotz der perfekten Inszenierung die Lieblinge nun mal nicht immer so wollten oder konnten, wie es ihnen die Profis befahlen. Und weil Esel und Zebra einen unschlagbar witzigen Gegenpol zu all dem Kitsch bildeten.

Tierische Traumwelt: Apassionata in der Olympiahalle

Tierische Traumwelt: Apassionata in der Olympiahalle

Die Geschichte ist schnell erzählt, sie ist nicht mehr als ein dürftiger Einakter: Ein junger Mann findet eine Flaschenpost und macht sich auf in die weite Welt. Er will – natürlich – Abenteuer erleben. So begegnet er also den Tieren und damit ihren Herren. Letztere vollführen auf, neben und gar unter dem Pferderücken so manches Kunststück – das gerne auch mal schiefgeht wie bei den „Voltigeurs du Monde“ aus Frankreich. Ihre sensationelle Akrobatik ist zu sensationell, und Tiere haben bekanntlich ihren eigenen Kopf. Aber muss man denn tatsächlich um eben diesen während des Galopps herumturnen?

Spektakulär ist das, aber interessanter und damit nachhaltiger ist anderes: etwa wenn die Musik mal keine künstliche Dramatik und keine Romantik auf Knopfdruck erzeugt. Wenn die Peitsche nicht hör- und spürbar bis unter das Dach der Olympiahalle knallt, sondern sich der Schimmel nur auf Zuruf von Alex Giona rückwärts in die Reihe seiner neun Artgenossen stellt. Dann müssen die jüngsten Zuschauer aus Angst um ihre Lieblinge auch nicht mehr die Augen verdecken, dann wirkt die Formulierung von den „magischen Begegnungen“, die das Programmheft preist, nicht mehr gar so floskelhaft. Die tierische Kraft lässt sich also auch anders, beeindruckender bändigen. Und manchmal ist selbst das nicht nötig, um vor allem die kleineren Zuschauerherzen zu gewinnen: Da muss nur ein frecher Esel im etwas verunglückten Kreis herumlaufen, und ein Zebra quasi gar nichts machen, außer mit seinem niedlichen Schwänzchen zu wedeln.

von Angelika Mayr

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