Stadtrat einig: TSV 1860 darf zurück ins Grünwalder Stadion

Stadtrat einig: TSV 1860 darf zurück ins Grünwalder Stadion

Apokalyptische Visionen

- An einem schönen Früh-lingstag beginnt die Zerstörung der Welt. Zuerst kommt der lautlose Tod und vernichtet alles Leben in einer amerikanischen Kleinstadt, dann zerfleischen Hunde plötzlich ihre Besitzer und das Meer verschluckt die Schwimmer. Doch das sind nur Vorboten einer unglaublichen Vernichtungswelle, die wie die apokalyptischen Reiter über den Globus fegt und mit Springfluten, Erdbeben und unbesiegbaren tödlichen Viren der Menschheit den finalen Schlag versetzt.

<P>Denis Marquet, 36-jähriger Philosophieprofessor aus Lyon, beschreibt diese grauenerregende Weltuntergangsvision in seinem Debütroman "Der Zorn". Mit grimmiger Detailversessenheit schildert er auf fast 600 Seiten so haarsträubende Szenarien, dass einem angst und bange werden könnte. Ähnlichkeiten mit real existierenden Missständen sind offensichtlich gewollt. Der kluge Mann aus Lyon denkt allerdings noch ein paar Schritte weiter.</P><P>Doch trotz des spektakulären Stoffes schwächelt der Ökothriller anfangs. Es will keine Faszination aufkommen. Vieles scheint wenig originell und vorhersehbar: Politiker versagen, das Militär entpuppt sich als skrupelloser Verein, die Wissenschaftler als machtlos und die Menschheit insgesamt als uneinsichtig. Erst mit der aufkommenden Ahnung, dass die globale Katastrophe im Menschen begründet ist, er sein eigener und der Erde schlimmster Feind ist, zündet die Geschichte. Gebannt erlebt man den Zorn der Erde, ihren unerbittlichen Kampf ums Überleben, das nur durch die endgültige Vernichtung der Erdenbewohner gesichert werden kann. Und wird von der Raserei, mit der die Welt auf ihren Untergang zusteuert, mitgerissen. </P><P>Mit dem furiosen Thriller katapultierte sich ein Neuling an die Spitze der französischen Bestsellerliste. Marquet erzählt eine gute Geschichte und er beweist ein sicheres Gespür für dramatische Effekte. Ein wenig verquast und daher recht mühsam liest sich dagegen sein Ausflug in esoterische Gefilde. Dass Hoffnung nur dort keimt, nimmt man dennoch hin. Hauptsache sie (über)lebt _ die Hoffnung und die Welt.</P><P>Der Zorn<BR>Von Denis Marquet. Lübbe Verlag, 576 Seiten</P><P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schock für Deichkind-Fans: Munich Summer Beats Open 2017 abgesagt
Über tausende Menschen hatten sich schon Tickets gesichert: Die Munich Summer Beats Open 2017 wurden abgesagt. Der Veranstalter erklärt auf Facebook, warum.
Schock für Deichkind-Fans: Munich Summer Beats Open 2017 abgesagt
Mikael Nyqvist: „Ich will das Publikum spüren“
Der schwedische Schauspieler Mikael Nyqvist ist tot. Er sei im Alter von 56 Jahren nach einem Kampf gegen Lungenkrebs gestorben, teilte seine Sprecherin Jenny Tversky …
Mikael Nyqvist: „Ich will das Publikum spüren“
Ilse Neubauer feiert 75.: Ein guter Jahrgang
Das Ilse-Hasi aus der Hausmeisterin, die Oma aus den Eberhofer-Krimis: Schauspielerin Ilse Neubauer ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und beliebt: Heute feiert sie …
Ilse Neubauer feiert 75.: Ein guter Jahrgang
Filmfest München würdigt Sofia Coppola
Unübliche Welten, besondere Beziehungen: Das Filmfest München hat Sofia Coppola für ihre eigene Filmsprache gewürdigt.
Filmfest München würdigt Sofia Coppola

Kommentare