Die Arbeit der Mörder

- In einem von ihm selbst konzipierten Stück ist Josef Bierbichler zurzeit an der Berliner Schaubühne zu sehen. "Holzschlachten - Ein Stück Arbeit" heißt das auf Interviews des KZ-Arztes Hans Münch und Monologen des Schriftstellers Florian List basierende Werk, das am Mittwochabend uraufgeführt wurde. Bierbichler spielt darin einen älteren Mann beim Spalten von Holzstämmen. Der gleichförmige Rhythmus der Arbeit setzt etwas in Gang, das ihn sprechen lässt.

Von sich, von seiner Arbeit. Heute ist seine Arbeit das Zerlegen von Holz, früher war es das Umbringen von Menschen. Arbeit ist Arbeit, und wenn er sie macht, will er sie möglichst gut machen. Daneben gibt es einen anderen, schlaflosen Mann. Er verlässt seine Wohnung, um zu suchen, was ihn nicht schlafen lässt. Aber alles, was er findet, liegt in der Erinnerung.

Ein verstörender Monolog des bayerischen Künstlers über die Routine der Vernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus, über den Umgang mit der Vergangenheit und der Schuld.

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