Archäologen untersuchen rätselhafte Magdeburger Skulptur

- Magdeburg - Nach dem spektakulären Fund einer mittelalterlichen Skulptur in Magdeburg haben die Archäologen mit wissenschaftlichen Untersuchungen begonnen. Die Plastik, deren Kopf vom Rumpf getrennt ist, berge viele Rätsel, sagte Thomas Weber vom Landesamt für Archäologie der dpa. Unklar sei etwa, warum sich die am Vortag entdeckte, 1,10 Meter große Frauenfigur mit Krone in einer Mauer befand. Nach ersten Erkenntnissen wurde sie um 1300 geschaffen und während des Dreißigjährigen Krieges 1631 eingemauert.

<P>Die Bruchsteinmauer mit der Sandsteinfigur war Teil der Kellerwand eines heute nicht mehr existenten Hauses. "Die Nachgrabungen ergaben, dass irgendwann vor mehreren hundert Jahren vor die eingemauerte Figur eine Ziegelwand gesetzt wurde", sagte Weber. "Offenbar wussten die Bewohner des Hauses, das 1945 bei einem Bombenangriff zerstört wurde, über Jahrhunderte nichts von der Existenz der Skulptur.</P><P>Über mögliche kultische Handlungen könne nur spekuliert werden, sagte Weber. Die künstlerische Gestaltung des Gewandes der Figur zeige, dass es sich um eine besondere Skulptur handele - auch wenn die Gestaltung des eher "pausbäckigen Gesichts" nicht ganz so hochrangig einzuordnen sei. "Möglicherweise stellt die Plastik eine Heilige oder eine Königin dar." Zudem wurde beim Ausgraben neben der Figur ein weiterer Steinkopf einer Frau mit Schleier entdeckt, vermutlich einer Nonne. Möglich sei, dass die Figur aus einer nahe des Fundortes gelegenen Kapelle stamme, sagte der Archäologe.</P>

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