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Mit der Neuen Pinakothek in München hat sich Alexander Freiherr von Branca in gewisser Weise auch ein Denkmal errichtet.

Zum Tod des Architekten Freiherr von Branca: Dem die Bauherrn vertrauten

München - München und der Freistaat Bayern hat einen seiner prägendsten Architekten verloren: Alexander Freiherr von Branca starb im Alter von 92 Jahren. Eine Würdigung.

Alexander Freiherr von Branca starb im Alter von 92 Jahren.

Die Neue Pinakothek aus dem Jahr 1981, der Nachfolgebau des im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten klassizistischen Museums, ist gewissermaßen sein Denkmal. Alexander Freiherr von Branca, der jetzt im Alter von 92 Jahren gestorben ist, hatte bereits im Jahr 1967 den Wettbewerb dafür gewonnen. Ein langes Ringen folgte, bis das Gebäude, Pendant zur Alten Pinakothek, stand. Büros und Werkstätten mussten zusätzlich integriert werden. Branca nahm nicht den Riegel-Typus des Vorgängergebäudes in sein Konzept auf, sondern schmiegte sein unauffälliges, wie aus Teilstücken zusammengefügtes Werk unter Bäume. Dezente Moderne inklusive dezenter Postmoderne vertrat der Münchner Architekt nicht nur hier.

Als Kind einer Diplomatenfamilie, die in Schwabing lebte, 1919 geboren, trainierte Alexander von Branca nach dem Krieg - er war Soldat, litt auch in Gestapo-Haft - seine Fähigkeiten zunächst an der Blocherer-Zeichenschule und schrieb sich 1946 in der Münchner Technischen Hochschule ein, wo er zwei Jahre studierte. Von 1951 an betrieb er in seiner Heimatstadt ein Architekturbüro, das inzwischen seine Tochter Alexandra fortführt (siehe untenstehendes Gespräch).

Nicht nur als Baumeister war er München verbunden, sondern auch als Mensch, der seine Umwelt intensiv wahrnahm und sie gegen „Verwundungen“ verteidigte; so von 1972 bis 1988 als Kreisheimatpfleger und als Mitglied der Stadtgestaltungskommission. Deswegen würdigt auch Oberbürgermeister Christian Ude den Architekten Branca als den Mann, der das „urbane Ganze im Auge hatte“. In all den Jahrzehnten schuf von Branca zudem über 30 katholische und evangelische Kirchen, zum Beispiel St. Matthias in Fürstenried (Appenzeller Straße). Obwohl seine sakralen Bauten - häufig trutzig wie Wehrkirchen - mit Sicherheit ein Herzensanliegen waren, entwarf der Baumeister auch Praktisches wie die Münchner U-Bahnhöfe Marienplatz (1965-71, samt Erweiterung 2006), Theresienwiese (1984) und Prinzregentenplatz (1984) oder die katholische Liga-Bank an der Luisenstraße sowie repräsentative Gebäude wie die deutsche Botschaft in Madrid oder am Heiligen Stuhl in Rom.

Im Freistaat ist Alexander von Brancas Architektur etwa in Regensburg (Zentralbibliothek der Universität), Bad Füssing (Spielbank), Würzburg (Zentralbibliothek und Mensa der Universität) sowie Bamberg (Bischofsgruft im Dom) zu erleben.

Bei Um- und Anbauten wurde gleichfalls gerne auf den erfahrenen Baumeister gesetzt: in München etwa beim Residenztheater (1988-1991) oder dem Sitz des C. H. Beck Verlags in den Siebzigern. Gediegenheit - sie kennzeichnet Alexander von Brancas Schaffen und zeichnete es aus. Deswegen vertrauten ihm die Bauherrn.

Simone Dattenberger

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