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Am Freitag Abend ab 20 Uhr könne Kinder nach Herzenslust Radio hören.

Krimi

ARD-Sender laden zum Miträtseln bei der „Kinderradionacht“

München - Eine ganze Nacht lang Ganoven jagen, Rätsel lösen und spannenden Geschichten lauschen – welches Kind möchte das nicht? Die ARD-Hörfunksender bieten dazu die Gelegenheit.

Am Freitag Abend ab 20 Uhr darf nach Herzenslust Radio gehört werden, bis die Augen zufallen. Unter dem Titel „Verdacht nach 8“ startet die dritte deutschlandweite Kinderradionacht mit Lesungen, Hör- und Ratespielen – heuer zum Thema Krimi.

Das Programm im Einzelnen

Die Kinderradionacht ist in Bayern zu empfangen auf dem Programm Bayern 2. Sie beginnt um 20 Uhr und endet um 1 Uhr. Neben einem Sportkrimi, einem Ratekrimi und einer Comedyserie runden Reportagen über den Alltag bei der Polizei, Ausschnitte aus berühmter Krimiliteratur und ein von Kindern selbst verfasstes Hörspiel das Programm ab. Weitere Infos zum genauen Ablauf und Links zum Download verpasster Sendungsteile finden sich im Internet unter www.kinderradionacht.de.

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„Das ist ein Genre, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen fasziniert und außerdem sehr zum Mitmachen animiert“, schwärmt der beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) für die Kinderradionacht verantwortliche Redakteur Matthias Wegener. Denn die kleinen Detektive sollen nicht nur passiv auf dem Sofa liegen und sich berieseln lassen. Deutschlandweit werden in Schulen, Kindergärten und Bibliotheken „Wachbleibeparties“ organisiert, wo gemeinsam gehört, mitgerätselt aber auch gespielt und gefeiert wird. „Die Kinderradionacht soll vor allem als Initialzündung dienen“, beschreibt Wegener das Konzept. Ideal wäre, wenn Gruppen gemeinsam Radio hören und zwischendurch ihr eigenes Programm zum Thema Krimi machen.

Aber warum muss eine solche Aktion zu einer Zeit stattfinden, in der Kinder eigentlich ins Bett gehören? Wegener lacht. „Wir nennen das das Silvestergefühl. Kinderradio ist sowieso dünn gesät in der Radiolandschaft. Aber Radio für Kinder zu einer Zeit, in der normalerweise nur etwas für Erwachsene gemacht wird, das ist etwas ganz Besonderes. Und das spüren die Kinder.“

Natürlich dösen gerade die Kleineren irgendwann weg, da mögen die Geschichten noch so spannend sein. Aber das sei ganz unterschiedlich, weiß Wegener aus Erfahrung: „Wir haben auch schon nach Mitternacht Anrufe und Mails von ganz jungen Zuhörern bekommen, die noch topfit waren.“

Deswegen sei eine generelle Altersempfehlung schwierig. „Kernzielgruppe sind Schüler der dritten bis fünften Klassen,“ formuliert der WDR-Mann vorsichtig, „was aber nicht heißt, dass nicht auch Jüngere oder Ältere zuhören können.“ Schließlich sollen ihnen allen „spitze Ohren“ gemacht werden, so Wegener, der sich selbst als „Radioüberzeugungstäter“ beschreibt. „Dieses Medium kann eine Menge mehr als die Charts rauf und runter zu dudeln. Hören regt die Fantasie an. Dadurch ist das Erlebnis viel intensiver.“

Diese Erfahrung möchte Wegener die Kinder gerne machen lassen mit spannenden Geschichten, die von tollen Stimmen wie die der Schauspieler Boris Aljinovic und Dietmar Bär („Tatort“) zum Leben erweckt werden. Neugierig werden sollen sie – neugierig auf Literatur im Allgemeinen und Kinderradiosendungen im Speziellen. Ja, eigentlich sogar mehr als das, betont Wegener abschließend: „Ganz unabhängig vom Werbeeffekt für unsere anderen Kindersendungen ist diese Veranstaltung vor allem eines – eine Hommage an das Medium Radio.“

Melanie Brandl

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