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Großes Kino zum Abschied in Birmingham: Black Sabbath beim letzten Konzert.

Dokumentarfilm „Black Sabbath: The End of the End“ erstmals im Free-TV

Arte zeigt das Abschiedskonzert von Black Sabbath

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Black Sabbath spielten am 4. Februar 2017 ihr letztes Konzert. Damals entstand „Black Sabbath: The End of the End“ - jetzt zeigt Arte die Doku.

München – Birmingham ist das stählerne Herz Großbritanniens. Hier pulsierte die industrielle Revolution, Mitte des 19. Jahrhunderts siedelte sich Schwerindustrie an. Die zweitgrößte Stadt im Vereinigten Königreich wurde zum Zentrum der Metallverarbeitung. Vielleicht konnte sich deshalb gut 100 Jahre später auch nur in Birmingham eine Band gründen, die den Heavy Metal miterfinden und maßgeblich beeinflussen sollte: Black Sabbath.

Black Sabbath gründeten sich 1968 in Birmingham

Dick Carruthers jedenfalls lässt seinen Dokumentarfilm „Black Sabbath: The End of the End“in einer Metallschmiede beginnen. Hart wird in der Hitze geschuftet; alles dreht sich um Handwerk mit schwerem Werkzeug. Dann ist der Bildschirm für Sekunden schwarz. Schnitt, und die Kamera ist in den Katakomben der Arena von Birmingham, begleitet jene drei Männer auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz oben auf der Bühne, deren Musik in ihrer knapp 50-jährigen Karriere vor allem eines war: Handarbeit. Heavy Metal, der sich seiner Blues-Tradition bewusst ist und ohne Firlefanz auskommt. Der deutsch-französische Kultursender Arte, der lange schon ein Herz für das Genre hat, zeigt die auch für Nicht-Fans sehenswerte Produktion am Freitag, 12. Januar, um 21.45 Uhr.

Ozzy auf großer Leinwand.

Ozzy Osbourne, Gitarrist Tony Iommi und Bassist Geezer Butler (Schlagzeuger Bill Ward hatte sich 2012 zurückgezogen) geben am 4. Februar 2017 vor 16 000 Menschen ihr letztes Konzert als Black Sabbath. Die größte Heavy-Metal-Band der Welt verabschiedet sich in ihrer Heimatstadt, in der 1968 alles begonnen hat. „Es war eine lange Reise für vier Jungs aus einem Kaff“, sagen sie.

Nah ist die Kamera dran an den Musikern – und egal, wie viele Konzerte sie gespielt haben (allein bei der Abschiedstour waren es 81), wie viele Drogen sie sich einst reingepfiffen haben und wie viele Partys eskalierten: An diesem 4. Februar sind Osbourne (69), Iommi (69) und Butler (68) nervös. „Seit ich das Gebäude heute betreten habe, bin ich gefühlsmäßig total durch den Wind“, sagt der Sänger, der es in den Jahren 2002 bis 2005 in der Doku-Soap „The Osbournes“ auf MTV zu tragisch-schräger Popularität brachte. „Ich weiß nicht, wie ich mich fühle“, ergänzt Iommi. „Es wird sehr traurig werden. Aber auch sehr lustig!“

Lesen Sie dazu auch: Black Sabbath beenden (vorläufig?) Karriere

Es ist ein Glücksfall, dass die drei Männer Regisseur Carruthers eine solche Nähe gestattet haben. „The End of the End“ ist ein exzellenter Konzertfilm, der das Geschehen auf der Bühne und im Publikum (viele Frauen, viele nach 1968 Geborene) aus zahlreichen Perspektiven einfängt. Doch sind diese 95 Minuten, die bislang lediglich an einem Abend Ende September weltweit zeitgleich in 1500 Kinos gezeigt wurden, sehr viel mehr als nur der Mitschnitt des letzten Auftritts einer Band, die mit Songs wie „Paranoid“, „War Pigs“ und „Iron Man“ Musikgeschichte geschrieben hat.

Dick Carruthers hat bereits mit Led Zeppelin, Oasis und den Stones gearbeitet

Der britische Filmemacher, der etwa mit Led Zeppelin den Film „Celebration Day“ realisierte und mit Oasis, Aerosmith sowie den Rolling Stones arbeitete, blickt zurück auf die Geschichte von Black Sabbath. Er besucht mit den Musikern jene Orte, die wichtig für sie waren, etwa den Crown Pub, wo sie erste Konzerte spielten. Osbourne, Iommi und Butler haben – einzeln und als Trio – viele Stunden Interviews gegeben, bei denen klar wird, dass Carruthers nicht nur ein gutes Auge als Dokumentarfilmer hat, sondern auch die richtigen Fragen stellt. Angenehmes wie die Treue der Fans, die mit der Band alt geworden sind, kommt ebenso zur Sprache wie Iommis Krebserkrankung während der Arbeiten am letzten Studioalbum „13“. Die Platte kam 2013 heraus, wurde weltweit ein Erfolg. Bei der anschließenden Tour machten Ozzy und Co. ein Jahr später auch auf dem Königsplatz Station und spielten ein beeindruckendes Konzert: Es war, wie später klarwerden sollte, ihr Abschied von München.

„The End of the End“ verwebt geschickt Historie, Spurensuche, Interviews und Live-Mitschnitt. Zudem durften die Kameras drei Tage nach dem Auftritt am 4. Februar mit ins Studio, wo sich Osbourne, Iommi und Butler zum Jammen trafen. „Nach dem letzten Konzert einfach zu verschwinden, nach all der Aufregung – das wäre zu viel“, erklärt Iommi die Bedeutung dieses Probennachmittags. Selbst Herzen aus Stahl können schließlich bluten. „Mit den Jungs auf der Bühne zu stehen, wird mir fehlen.“ Uns auch.

ms

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