Langfristiger Vertrag für Bierofka - „Nur der Anfang dieser positiven Entwicklung“

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Poesie des Modern Dance: Szene aus „Zugvögel“ mit Séverine Ferrolier und Zoltan Mano Beke. foto: wilfried hösl

Atemberaubend

Die Schönheit des bewussten Tänzers

München - Alles kann Tanz sein: der elegante Flug der Vögel, ein am Strand laufendes Kind, spielerisch flatternde Hände. Davon erzählt uns der Modern-Dance-Poet Jiri Kylián in seinem Ballett „Zugvögel“, aber auch von der atemberaubenden Energie und Schönheit des bewussten Tänzers.

Bei der Uraufführung 2009, zum 20. Jubiläum des Bayerischen Staatsballetts, war man sich sicher: Es würde ein Eckpfeiler im modernen Teil des Repertoires. Großer Jubel denn auch jetzt bei der Wiederaufnahme im Münchner Nationaltheater. Durch den verwinkelten Bauch des Theaters, bevölkert schon von allerlei bizarren Flügelwesen, über die Bühne ins Parkett – das Publikum liebt diesen „Hinter-die-Kulissen-Parcours“. Und tut sich auch nicht mehr so schwer mit den vier zwischen den Tanz geschobenen Filmsequenzen. Kyliáns Film-Erstling ist ja auch wirklich eine wunderschön poetische „Ingmar-Bergman-Geschichte“ über eine alternde Tänzerin – dargestellt von Kyliáns ausdrucksstarker Frau Sabine Kupferberg – mit wehmütigem Blick zurück in ihre Kindheit. Und zugleich eine Hommage an das Nationaltheater: Wenn die Kamera Kupferberg und ihrem kindlichen Alter Ego, der kleinen berührend natürlichen Richelle Plantinga, durch Foyers, Logen und Kostümfundus des Theaters folgt, auch ein Modell des Hauses szenisch bespielt wird, darf beim Zuschauer schon ein bisschen Heimspiel-Gefühl aufkommen.

Und schließlich: Tanz gibt es ja noch satt. Das rasende Hervorpreschen durch Michael Simons hohen Bänder-Vorhang für dann hingeflirrte Pas de deux und trois in Kyliáns tierhaft geschmeidigem Stil. Schreiten und flaches Laufen mit geblähten Fallschirm-Mänteln. Pirouetten mit hohem Heliumkissen-Kopfputz à la Oskar Schlemmer. Und selbst das „ältere Paar“ (Caroline Geiger und Peter Jolesch), das vom Tanz, von der Bühne nicht lassen kann, wiegt noch Arme und Hände in der Musik. Auch da Vielfalt und Stil: Komponist Dirk Haubrich hat den Abend eingehüllt in schamanische Klänge und Geräusche, in wispernde Stimmen und pulsiernde Rhythmen. Auf den vogelgrau kostümierten Ravel-Walzer gegen Ende könnte man vielleicht verzichten. Aber gut, da kriegt auch das Ensemble noch eine Tanz-Chance.

Jedenfalls wird man diesen Kylián wieder anschauen, diese exzellenten Tänzer – „Zugvögel“, die für ein paar Spielzeiten hier tanzen und dann zum nächsten Theater weiterziehen.

Von Malve Gradinger

Nächste Vorstellungen: 22. und 28. Februar; Telefon 089/ 2185-1920.

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