Aufstieg und Fall einer Familie

- Als Ludwig Rosenthal 1867 seine Münchner Bürgeraufnahmeurkunde nebst Konzession erhielt, war dies, zusammen mit seinem Antiquariatsbestand, den er sich im schwäbischen Fellheim aufgebaut hatte, der Anfang für einen weltweiten Erfolg _ für ihn und seine Familie.

<P>Im Jüdischen Museum München ist nun die Ausstellung "Die Rosenthals. Der Aufstieg eine jüdischen Antiquariatsfamilie zu Weltruhm" zu sehen. Eine Schau, die exemplarisch und zugleich individuell den Aufstieg und Fall einer jüdischen Unternehmerfamilie in Deutschland vor und während des Nazi-Regimes nachzeichnet.</P><P>Exemplarisches zeigt sich in den Schautafeln zur Entwicklung der Jüdischen Gemeinde in München, die nicht unmittelbar mit der Ausstellung zusammenhängen. Auch die Rosenthals gehörten zu den Familien, die wie viele andere zwischen 1860 und 1910 nach München kamen. Ludwig und sein jüngerer Bruder Jacques etablierten sich schnell als Kaufleute und Bücherkenner. Auch der Kontakt ins Ausland bis nach Nordamerika verschaffte ihnen eine führende Position unter den Antiquariatshäusern _ Mitte der 80er-Jahre führten sie rund 800 000 Bände. Mit der Machtergreifung Hitlers wurde es zunehmend schwieriger, die Geschäfte zu leiten _ Jaques verkaufte an seinen Mitarbeiter Hans Koch, der nach 1945 mit ihm eine neue Aufteilung vornahm, Ludwigs Geschäft wurde "arisiert". Viele Mitglieder der Familie wanderten aus, gründeten neue Antiquariate.</P><P>Die kleine, feine Ausstellung, die aufgrund räumlicher und klimatischer Verhältnisse keine Bücher zeigt, besteht vorwiegend aus Texten und Dokumenten. Diese sind als große, optisch klare Bücher konzipiert, die die Familiengeschichte sinnfällig umreißen.Bis 22. Oktober 2003, Mi 10-12, Di, Mi 14-18, Do 14-20 Uhr, Eintritt frei. Buch zur Ausstellung: "Die Rosenthals"; Verlag böhlau, Wien; 262 Seiten, 35 Euro.<BR></P>

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