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Der Künstler Spencer Tunick gestikuliert am Donnerstag vor der Bayerischen Staatsoper auf dem Max-Joseph-Platz in Muenchen.

Teil eines Nackt-Kunstwerks werden

München - Auftakt der Opernfestspiele in München: Spencer Tunick formiert mehr als 1000 nackte und bemalte Menschen zu „Ring“-Motiven.

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen: In der Nacht zum Samstag wird Spencer Tunick die Münchner Innenstadt in eine Kunstinstallation verwandeln. Mit mehr als 1000 nackten und bemalten Freiwilligen will der US-Amerikaner Motive aus Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ arrangieren und fotografieren. „Der ,Ring‘ ist eine komplexe Geschichte, aus der ich einige Grundideen herauslöse und visualisiere“, sagt Tunick. Von 3 Uhr an werden der Fotograf und seine gut 80 Helfer die Installationen einrichten – etwa am Odeonsplatz, wo die mit roter Farbe bemalten Nackten die Flammen aus dem Rachen des Drachen im „Siegfried“ symbolisieren, oder vor dem Nationaltheater, wo goldbemalte Menschen einen Ring um das Max-Joseph-Denkmal schließen werden. 2500 Freiwillige haben sich bereits gemeldet – die Frist endet heute um 23.30 Uhr (siehe Kasten).

US-Künstler: Auch München soll so nackt werden

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„Wann kann man schon mal Teil eines Kunstwerks werden?“, fragt Tunick. Die partizipative Arbeitsweise des 45-Jährigen passt ideal zu Nikolaus Bachlers Konzept der künstlerischen Öffnung seines Hauses: „Egal, welches Theater ich geleitet habe – mir ging es immer auch darum, andere Künste hereinzulassen, den Austausch zuzulassen“, erklärt der Intendant der Staatsoper. Mit der Tunick-Installation zum Auftakt der Opernfestspiele werde der „Ring“ „in die Stadt hinausgetragen und für die Menschen anders erlebbar gemacht als nur auf der Bühne“. Als er vor mehr als zwei Jahren mit Andreas Kriegenburg angefangen habe, die Inszenierung des „Ring“ zu besprechen, sei „sehr schnell klar gewesen, dass wir Spencer Tunicks Arbeit in unseren Unternehmungen haben wollten“, berichtet Bachler, der sich nur über den frühen Beginn der Aktion wundert: „Das ist eigentlich eine Zeit, zu der Theaterleute noch nicht wach sind.“ Doch Tunick will die Stadt leer haben – und das „weiche Licht, das der Himmel von der noch nicht aufgegangenen Sonne reflektiert“ nutzen.

Aufnahmen der Aktion sind während der Festspiele im Nationaltheater zu sehen. Ob sie auch dauerhaft – etwa in einem Museum – präsentiert werden, wollen Bachler und Tunick danach entscheiden. Jetzt muss zunächst das Wetter mitspielen.

Von Michael Schleicher

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