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Christian Stückl, Intendant des Münchner Volkstheaters, inszeniert 2018 „Wilhelm Tell“ in Oberammergau – auch im Hinblick auf die Passionsspiele 2020. 

Oberammergau

Theatersommer und Passionsspiele: Mit Tell gegen Tyrannen

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Der Ausblick auf den Oberammergauer Theatersommer 2018 und auf die Passionsspiele 2020 zeigt: Alte Volkshelden sind in einer Zeit, in der die Tyrannen-Flut wieder steigt, wieder hochaktuell.

München - Die erste Bestellung für das kommende Sommer-Stück im Oberammergauer Passionstheater kam von einem Schweizer Reiseveranstalter. Welches Drama hat also am 6. Juli 2018 Premiere? Ja genau, Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“. Christian Stückl, Volkstheater-Intendant, Passionsspielleiter und GmbH-Teilhaber des Theatersommers, wird aufständische Schweizer auf die Bühne stellen. Dabei interessieren ihn die Eidgenossen selbst weniger, sondern wie wir in einer Zeit agieren, „in der die Tyrannen-Flut wieder steigt.

„Wie schaut’s aus mit unserer Zivilcourage?“ Das unterstrich Stückl auf der Pressekonferenz in München, bei der er das Programm für den kommenden Juli und August vorstellte. Übrigens, noch während des Gesprächs war in seinem Heimatdorf der Verkehr zusammengebrochen: Der Vorverkauf für das Heimatsoundfestival am 27. und 28. Juli hatte begonnen; um 11.15 Uhr waren alle 3000 Karten weg.

Dieser Theatersommer-Ableger, den Frederik Mayet und Till Hofmann verantworten, hat sich also im sechsten Jahr nicht nur durchgesetzt, er ist vielmehr ein Renner. Bei den Konzerten wurden heute kultisch verehrte Bands wie Wanda entdeckt. Welche Gruppen 2018 kommen, steht noch nicht fest – bis auf Zitronen Püppies, Lenze und de Buam, Flut sowie die Express Brass Band. Natürlich schaut auch der „Brandner Kaspar“ wieder in Oberammergau vorbei (12., 13. Juli) und sorgt für sichere Einnahmen.

„Wir wollen über 2020 hinaus weitermachen, aber zu anderen Bedingungen“

Die sind wichtig, denn die Passionstheater-GmbH wird von der Gemeinde mit lediglich 90 000 Euro und einer Bürgschaft unterstützt. Das Festival funktioniert nur mit Selbstausbeutung. Stückl hat deswegen dem Gemeinderat ein Bilanz-Papier über die sieben Sommer im Passionstheater vorgelegt und Vorschläge für die Zukunft gemacht, denn der Vertrag läuft aus. „Wir wollen über 2020 hinaus weitermachen, aber zu anderen Bedingungen“, erklärte der Intendant bei dem Pressegespräch. Die durchschnittliche Auslastung von 90 Prozent legt nahe, dieses erfolgreiche und bei Bayern wie Touristen beliebte Ereignis aus Schauspiel, Oper und Konzert unbedingt weiterzuführen. Wie heuer werden 2018 rund 30 000 Besucher ins Passionstheater zu Wilhelm Tell und Co. fahren.

Der „Tell“ sei einerseits aus Aktualitäts- und Popularitätsgründen ausgewählt worden, erklärt Christian Stückl, andererseits sei so ein großer Schiller ideal, damit sich möglichst viele Oberammergauer auf der Bühne ausprobieren können. Schließlich nahen die Passionsspiele 2020, und da müssen wohl wieder um die 2000 Darsteller mit Rollen versorgt werden. „Die Erfassung aller Spielberechtigten läuft gerade“, erklärt der Passionsspielleiter das Prozedere. Am 20. Oktober 2018 wird dann die komplette Besetzung bekannt gegeben: vom Jesus-Darsteller bis zum Choristen und Geiger. Entdeckte und noch unentdeckte Darsteller werden bald mit Friedrich Schiller ins Übungscamp gehen. Stückl weiß um die nicht leichtgängige Sprache des Dramatikers, „aber die trainiert das Sprechen und den Kopf“.

Informationen: Der Vorverkauf für „Wilhelm Tell“ beginnt erst am 1. Dezember; 08822/ 945 88 88, 089/ 54 81 81 81; der Vorverkauf für „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ läuft bereits, das Heimatsoundfestival ist schon ausverkauft. Einen Bustransfer gibt es vom Busbahnhof München aus für 19 Euro.

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