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Arnold Fanck fing mit seiner Kamera erstmals die Unmittelbarkeit des Skifahrens ein.

Ausstellung: Der erste Ski-Filmer

München - Arnold Fanck (1889-1974) war der Erste, der sich eine Kamera auf die Skier montierte und so Live-Gefühl vermittelte. Das Alpine Museum zeigt nun eine Ausstellung über ihn.

Schneidige Burschen in Überfallhosen und flotten Pullovern kratzten die Kurven wenige Millimeter vor der Kamera, dass der Schnee nur so staubte. Im rasanten Parallelschwung hielten sie Verfolgungsjagden in unberührten Hängen ab und zirkelten mit ihren Spuren „Land Art“ in das Weiß. Das war in den 30er-Jahren eine Sensation – und ist es heute immer noch. Dazu kommen nun Sehnsucht, Nostalgie und Bewunderung für den, der diesen Sport- und Naturtraum so genial eingefangen hat: Arnold Fanck (1889-1974). Er war der Erste, der sich eine Kamera auf die Skier montierte und Live-Gefühl vermittelte. Er entwickelte für seine Sportaufnahmen eine Spiegelreflexkamera und fürs Bearbeiten einen neuen Schneidetisch.

Bis 7. März,

Tel. 089/21 12 240. Eine Biografie ist im AS-Verlag für 49,80 Euro erschienen.

Mit „Die Hölle vom Piz Palü“(1929) und „Der weiße Rausch“ (1931) schaffte er den Durchbruch, vermittelte nicht nur für Bergfexe Spannung, Spaß und Freiheitsgefühl durch Dramen und federleichte Komödien. Dass er trotzdem nie so bekannt wie seine Schüler Luis Trenker und Leni Riefenstahl wurde – das soll sich jetzt ändern. Das Alpine Museum München zeigt nicht nur ein einzigartiges Mappenwerk mit Filmstandbildern, sondern auch Sequenzen aus den Werken und Dokumente. Zudem widmet sich das Bergfilmfestival Tegernsee ab 21. Oktober mehrfach dem Filmpionier.

München brachte dem Wahl-Freiburger stets Glück. Nachdem Fanck im Strudel des NS-Regimes untergegangen war und sich über zehn Jahre lang als Waldarbeiter durchgeschlagen hatte, waren es vier ausverkaufte „Weiße-Rausch“-Vorführungen mit Tausenden von Besuchern, die ihn 1958 wieder aufleben ließen. Damals schenkte er seine Mappe mit 78 selbst gefertigten Bromöl-Drucken dem Alpenverein. Jetzt wurden die Blätter im Archiv entdeckt. Eine Auswahl belegt, welch Faszination von den „eingefrorenen Bewegungen“, den magischen Schwarz-Weiß-Schatten, ausgeht.

Die Auswahl dafür traf Fanck aus fünfzigtausend Metern Filmmaterial und zweieinhalb Millionen Einzelbildern zum „Weißen Rausch“. Geschwindigkeit und Bewegung sind dabei „verwischt“ wiedergegeben – aber nicht unscharf, wie Fanck betonte. Auch ein Schneegespenst, die Projektion eines Skiläufers auf die ihn überholende Pulverschneewalze im Gegenlicht, gehören zu den Meisterwerken einer „schöneren, lebendigeren und unverfälschteren Bewegungsphotographie“. Noch heute.

von Freia Oliv

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