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Die Crew der „Enterprise“: Leonard Nimoy (Spock), Wiliam Shatner (Kirk), DeForest Kelley (McCoy), James Doohan (Scott, v. l.). So harmonisch wie in der Serie ging’s abseits der Kamera offenbar nicht immer zu.

Autobiografie von William Shatner: Außerirdisch ruppig

Der „Raumschiff Enterprise“-Star William Shatner legt seine Erinnerungen ine einer Autobiografie vor – und berichtet von Feindseligkeiten hinter den Kulissen.

Infos zum Buch:

William Shatner: „Durch das Universum bis hierher. Die Autobiographie“, Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin; 361 Seiten, 19,90 Euro.

Sie düsten im Film kreuz und quer durchs Universum und bewegten sich dabei weitaus anmutiger als Neil Armstrong und Edwin Aldrin in der Realität – Captain Kirk, der spitzohrige Mister Spock, Chefingenieur Scotty, Bordarzt „Pille“ McCoy und der Rest der Crew des legendären „Raumschiffs Enterprise“. Hinter den Kulissen der Kultserie aus den USA ging es zuweilen aber alles andere als harmonisch zu – das enthüllt Schauspieler William Shatner, den die Rolle des draufgängerischen James T. Kirk weltberühmt gemacht hat, in seiner Autobiografie „Durch das Universum bis hierher“, die jetzt auf Deutsch erschienen ist.

Erst nach dem Ende der von 1966 bis 1969 produzierten Serie, die neue Maßstäbe im Fernsehen setzte, habe er erfahren, dass ihn so mancher Schauspielkollege auf den Tod nicht ausstehen konnte, schreibt der 78-jährige Shatner: „Ich war schockiert, als ich einige Jahre später von der tiefen Feindseligkeit erfuhr, die einige unter ihnen mir entgegenbrachten.“ So habe ihm Nichelle Nichols, die Darstellerin der attraktiven schwarzen Weltraumfahrerin Uhura, bei einem Gespräch eröffnet, dass sie ihn nicht leiden könne, weil er während der Dreharbeiten zu „Raumschiff Enterprise“ völlig egozentrisch gewesen sei. „Ich hätte nicht nur den anderen Darstellern das Leben schwer gemacht, nein, ich hätte sogar dafür gesorgt, dass ihre Szenen gekürzt wurden, und hätte ihnen Textzeilen weggenommen“, berichtet der gebürtige Kanadier Shatner in seiner mit tatkräftiger Hilfe des Autors David Fisher geschriebenen Autobiografie, die seinen Werdegang von ersten Auftritten am Theater und im Radio über den New Yorker Broadway bis zu Fernsehen und Kino beschreibt. „Als ich darüber nachdachte, erkannte ich, dass sie womöglich Recht hatte.“

Zoff gab es aber auch mit dem geschäftstüchtigen „Raumschiff Enterprise“-Erfinder Gene Roddenberry, der mit seinen Stars William Shatner und Leonard Nimoy (Mr. Spock) manchmal außerirdisch ruppig umsprang. Die Serie (Originaltitel: „Star Trek“) sei trotzdem das Beste gewesen, was ihm jemals passiert sei, berichtet Shatner in dem in einem amüsanten Plauderton geschriebenen Buch. Kein Wunder, „Raumschiff Enterprise“ wurde Kult und öffnete den Darstellern alle Türen.

Dabei war die vom amerikanischen Fernsehsender NBC ausgestrahlte Produktion in den USA zunächst alles andere als ein Hit und wurde 1969 wegen schlechter Einschaltquoten nach 79 Folgen eingestellt. Doch als andere amerikanische Sender, die „Raumschiff Enterprise“ preisgünstig gekauft hatten, die Episoden zu besseren Sendezeiten wiederholten, traten die Abenteuer von Captain Kirk, dem Halbvulkanier Spock und den anderen unerschrockenen Raumhelden ihren Siegeszug quer durch die wegen der ersten Mondlandung raumfahrtbegeisterten USA und schließlich durch die ganze Welt an.

Auch in Deutschland, wo das ZDF die Serie 1972 ins Programm nahm, entstand bald eine große Fangemeinde. Wie lebendig die Serie in den Herzen und Köpfen der deutschen Fans ist, zeigt nicht zuletzt Bully Herbigs grandiose Parodie „(T)Raumschiff Surprise“ aus dem Jahr 2004. In den USA war es aufgrund des großen Erfolges nicht bei den ursprünglich produzierten Serienfolgen geblieben. Ende der Siebzigerjahre durften Kirk und seine Leute dann wieder zu neuen Weltraumabenteuern aufbrechen – diesmal im Kino, wo jeder neue „Star Trek“-Film bis heute von einer riesigen Anhängerschaft gefeiert wird.

Für Kirk war 1994 Schluss, er starb im siebten Film der Reihe den Heldentod. Doch natürlich dreht sich nicht alles in Shatners Buch um diese eine Rolle. Es geht auch um andere vom Schauspieler verkörperte Figuren wie die des kompromisslosen Polizisten T. J. Hooker in der gleichnamigen Fernsehserie oder die als zynischer und exzentrischer Anwalt Denny Crane in der exzellenten Serie „Boston Legal“.

Nicht zu kurz kommt auch das turbulente Privatleben des viermal verheirateten Vaters von drei Töchtern und einem Sohn, der im Jahre 1999 seine schwärzeste Stunde erlebte, als er in seiner Villa in Los Angeles die Leiche seiner dritten Frau Nerine fand, die im Swimmingpool ertrunken war.

Von Martin Weber

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