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Georg Lohmeier, bayerischer Patriot, Historiker, Schauspieler, Schriftsteller und Regisseur ist gestorben.

"Königlich bayerisches Amtsgericht"

Georg Lohmeier ist tot

München - Der Autor und Dramatiker Georg Lohmeier ist tot. Der 88-Jährige sei nach langer schwerer Krankheit in der Nacht zum Dienstag gestorben, teilte seine Familie am Dienstag in München mit.

Außerhalb Bayerns ist sein Name wohl nur wenigen ein Begriff - die von ihm verfasste ZDF-Serie „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ kennt dagegen eine ganze TV-Generation. Die beiden Staffeln lockten bis Anfang der 70er Jahre Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Schon im Vorspann seiner zu Anfang des 20. Jahrhunderts spielenden Gerichtspossen verpackte Georg Lohmeier einprägsam seine nostalgische Sehnsucht: „Das Bier war noch dunkel, die Menschen war'n typisch, die Burschen schneidig,... Es war halt noch vieles in Ordnung damals“. In der Nacht zum Dienstag starb der 88-jährige Autor, Dramatiker und Schauspieler nach langer schwerer Krankheit.

Mit Lohmeier verliert Bayern einen seiner profiliertesten Mundart-Autoren. Der „Berufsbayer“, wie ihn manche auch bezeichneten, schrieb nicht nur Bücher, sondern inszenierte auch Theaterstücke. Für Rundfunk und Fernsehen lieferte er Hörspiele und Drehbücher in bairischer Mundart. In vielen seiner Stücke hielt er nur fest, was er als Bub in der Wirtsstube des Vaters kennengelernt hatte: ein traditionelles, erzkonservatives - aber ein anständiges Bayern, wie er immer wieder betonte. Ginge es nach ihm, regierten in Bayern wieder König und Krone: „Mia brauch' ma koan Kini, aba scheena waars scho“ („Wir brauchen keinen König, aber schöner wäre es schon“) - so wird er häufig zitiert.

„Mit einem König hätte der Staat mehr Gewicht und mehr Repräsentation“, begründete Lohmeier seinen Hang zur Monarchie. „Regieren kann ein jeder.“ Die Verehrung für Bayerns „Märchenkönig“ Ludwig II. ließ Lohmeier auch einmal bei einer Bootsfahrt mit Journalisten auf dem Starnberger See erkennen. Als das Ausflugsschiff sich jener Stelle im See näherte, wo der glücklose Monarch am 13. Juni 1886 ertrank, bat Lohmeier den Kapitän, den Motor zu stoppen und kurz innezuhalten. Er griff sich das Mikrofon und setzte zu einem Loblied auf den „Bayern-Kini“ an. Erst danach durfte der Schiffsführer weiterfahren.

Als jüngstes Kind mit acht Geschwistern wuchs Lohmeier in Loh im heutigen Landkreis Erding auf. Da die Mutter es gern gesehen hätte, wenn wenigstens der Jüngste in die Dienste Gottes getreten wäre, besuchte Lohmeier nach dem Gymnasium zunächst das Priesterseminar in Freising und studierte zwei Semester Theologie. Ein „brünettes Dogma“ zwang ihn, wie er sagt, seine fromme Karriere noch vor den niederen Weihen zu beenden: „Mit dem Zölibat hatte ich schon immer Schwierigkeiten.“ Also studierte er an der Universität in München philologisch-historische Fächer und Kunstgeschichte.

Nicht nur im Berufswunsch setzte sich Lohmeier durch: „Bei meinen Werken habe ich mir niemanden reinreden lassen. Kein Komma, kein Punkt, kein Nichts“, hatte er noch anlässlich seines 85. Geburtstags erzählt. Stets auf Perfektion bedacht, ließen seine Drehbücher selten Spielraum für Regie. So entstanden neben dem „Königlich Bayerischen Amtsgericht“ auch „Ora et Labora“ und „Die Schönheitsgalerie“.

Seine reichen Kenntnisse fanden auch Niederschlag in einer von ihm verfassten bayerischen Kulturgeschichte und in einem Buch über bayerische Barockprediger. Für seine Arbeit erhielt Lohmeier unter anderen den Valentin-Orden und den bayerischen Verdienstorden. Die Auszeichnungen füllen einen mannshohen Schrank in seiner Münchner Wohnung.

dpa

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