Autor Werner Schlierf tot

Nachruf: - "Mein Name steht im Sand" ­ so heißt ein 1983 erschienener Roman von Werner Schlierf. Der Münchner Autor nannte ihn seinen wichtigsten. Der Name Werner Schlierf aber wird nicht verwehen; er hat sich eingemeißelt in die Annalen der Münchner, der bayerischen Literatur.

Als Chronist "einer schadhaften Zeit" ­ so der Untertitel seines Erzähl-Bandes "Kiesgruben-Krattler" ­ war er immer ein Volksschriftsteller. Unglaublich kreativ nicht nur als Verfasser von Prosatexten, sondern auch als Stückeschreiber.

Der am 17. Mai 1936 geborene Schlierf, der sich 1960 als Augenoptikermeister in Giesing selbstständig machte, führte 20 Jahre lang ein Doppelleben: tagsüber das Geschäft, nachts das Schreiben.

Als in München die freie Szene ihre beste Zeit hatte, also um 1970 herum, wurde Schlierf ein Teil von ihr. "Rachmann" hieß sein erstes Stück. Es wurde 1969 im Off-Off-Theater von Kelle Riedl uraufgeführt, und die Zeitungen verkündeten eine "Dramatiker-Entdeckung". Ein Jahr später folgte Schlierfs Stück über den Geheimbund der "Haberlfeldtreiber".

Er schrieb und schrieb und schrieb ­ u.a. die sehr erfolgreichen Bühnentexte "Chewing Gum & Chesterfield" sowie "Joe & Marianne". 1980 hing Werner Schlierf schließlich den Erstberuf an den Nagel. Er brauchte keine optische Sehhilfe, um die Wirklichkeit zu erkennen und sie in seiner Literatur genau widerzuspiegeln ­ ob auf der Bühne, im Hörfunk oder in Prosatexten. Zu Schlierfs 60. Geburtstag erschien "Jenseits von Giesing", sein, wie er ihn nannte, "Weltenbummlerroman". Nun ist Werner Schlierf ­ viel zu früh ­ am Ende seines Weges angelangt. Im Alter von 70 Jahren ist er in München gestorben.

Ein Kondolenzbuch wurde eingerichtet unter www.trauer.de

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