Bach und das königliche Thema

- Endlich hat München einen wirklich schönen Kammermusiksaal: die Allerheiligen Hofkirche in der Residenz. Dem Publikum zugänglich ist das restaurierte Juwel bereits seit Sommer. Doch mit dem 1. Kammerkonzert des Bayerischen Staatsorchesters dürften nun auch letzte Zweifel über die akustischen Gegebenheiten dieses allein von seiner Archaik her beeindruckenden Gebäudes ausgeräumt sein.

<P>Die Programmgestaltung passte hervorragend für dieses Entré. Johann Sebastian Bachs Ouvertüre (Suite) Nr. 2, h-moll, BWV 1067 und sein "Musikalisches Opfer", BWV 1079. Gespielt von Henrik Wiese (Flöte), Heike Steinbrecher (Oboe/Englischhorn), Holger Schinköthe (Fagott), Barbara Burgdorf und Traudi Pauer (Violine), Roland Metzger (Viola), Yves Savary (Violoncello), Michael Rieber (Kontrabass) und Ivor Bolton (Cembalo).</P><P>Die h-moll Suite, die aufgrund der exponierten Flötensoli stets den Eindruck eines Flötenkonzertes erweckt, hatte in dieser schlanken Instrumentalbesetzung besonderen Reiz. Bestechend dabei nicht nur das virtuose Spiel von Henrik Wiese, sondern vor allem der vital-sonore Ensembleklang. Das sonst häufig hart klingende Cembalo fügte sich hier unter dem Anschlag von Ivor Bolton in ganz außergewöhnlicher Weise in die Gruppe und den Raum. Auch im anschließenden "Musikalischen Opfer" mit seinen Variationen über das einst von Friedrich II. vorgegebene königliche Thema dominierte die Homogenität der Solisten - und das nicht nur in der im Zentrum des Werkes stehenden viersätzigen c-moll-Sonate für Flöte, Violine und Basso Continuo. Es wäre wünschenswert, dass zukünftig mehr Kammermusikensembles die Allerheiligen Hofkirche als neue Spielstätte nutzen. </P>

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