Bäuerisches Idyll und Federvieh

- Auf seinen Bildern tragen die gefiederten Freunde immer Schuhe: "Vögel sind eigentlich sehr lustig, nur ihre Krallen sind so widerwärtig", erläutert der Cartoonist Rudi Hurzlmeier seine Wachtel in roten Pumps, die Tannenmeise in Puschen und den Specht in Holzschuhen. Das Federvieh ist nur ein Teil seiner Ausstellung in der Münchner Galerie der Zeichner. Auch Gemälde aus seinem neuen Buch "Meisterwerke der komischen Periode" sind zu belachen.

<P>Einem breiten Publikum ist Hurzlmeier, der sich selbst als "Landei" bezeichnet, durch regelmäßige Veröffentlichungen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und vor allem in der Satirezeitschrift Titanic bekannt.<BR><BR>Das ländlich-bayerische Idyll spielt in seinem Schaffen eine große Rolle. Die Tierwelt auch. Und manchmal mischt Hurzlmeier beides. Heraus kommen Gorillas, die - ganz ihren menschlichen Verwandten gleich - auf dem Starnberger See im Bötchen paddeln, oder Orang-Utans, die gegen wabbelige Boxer kämpfen.<BR><BR>Im letzten Jahr habe er am liebsten Gebirge und Pferde gemalt, eher kitschige Motive. Wahrscheinlich wende er sich nun verstärkt der Darstellung von Hunden zu, sagt Hurzlmeier. Das klingt albern? Irrtum, man muss seine humoristische Studien nur näher betrachten, und schon öffnen sich in seinen drolligen Alltagsbeobachtungen Abgründe. Zum Vorschein kommen drastische, bisweilen ziemlich obszöne Überlegungen zu den letzten Dingen, zu Tod, Angst, Wahn, Religion. Zu spießbürgerlicher Bigotterie und Heuchelei. Bitterböse Erkenntnisse über Menschliches, Allzumenschliches. Von der politischen Karikatur hat Hurzlmeier sich indes distanziert: "Die ist zu kurzlebig, und man ärgert sich zu viel bei der Arbeit."<BR></P><P>Bis 28. April, Tel. 089/24 29 44 33. Katalogbuch erschienen bei Kein & Aber AG, Zürich; 128 Seiten, 25 Euro.</P>

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