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Freuen sich auf ihren Sommernachtstraum in München: die vier Jungs von Revolverheld – (v. l.) Kristoffer Hünecke, Jakob Sinn, Johannes Strate und Niels Grötsch.

Merkur-Interview

Revolverheld: "Wir wollen immer besser werden"

Kristoffer Hünecke von Revolverheld spricht im Interview über den Erfolg der Band, erfüllte Träume und ihre Ziele für die Zukunft.

War das ein Jahr für diese vier sympathischen jungen Männer. „Revolverheld“ nennen sie sich – und sind spätestens seit ihrem fulminanten Sieg beim Bundesvision Song Contest auf allen Radiosendern rauf- und runterzuhören. Die Band gibt es bereits seit elf Jahren, Kristoffer Hünecke (37), Sänger und Gitarrist, ist von Anfang an dabei. Vor drei Jahren veröffentlichte er unter dem Namen KRIS seine erste Solo-Single, zusammen mit Dante Thomas (Platz 30 der deutschen Single-Charts). Dafür ist jetzt keine Zeit mehr, denn gerade geht’s für ihn nur noch um „Revolverheld“. Am 25. Juli kommt die Band aus dem Norden zum Münchner Sommernachtstraum in den Olympiapark. Ein Gespräch über Träume.

Im vergangenen Jahr haben Sie mit deutlichem Vorsprung den zehnten Bundesvision Song Contest gewonnen. Was hat dieser Sieg mit Ihnen gemacht?

Das war wirklich eine ganz besondere Veranstaltung für uns. Überhaupt ist der Song Contest eine tolle Plattform auch für weniger bekannte deutschsprachige Bands. Wir haben schon bei unserer ersten Teilnahme 2006 sehr davon profitiert. Denn als Nobody bekommt man die Chance, sich einmal einem größeren Publikum zu präsentieren. Das hat uns damals sehr gepusht. Dass es dann beim zweiten Mal so glatt für uns durchläuft, das war natürlich super. Und ein spürbarer Sprung.

Können Sie das, was Sie seitdem erlebt haben, schon so richtig fassen?

Nicht wirklich. Wir waren gerade so viel unterwegs, haben so viel live gespielt – da kriegt man das gar nicht richtig mit. Erst in der Rückschau kann man es tatsächlich realisieren. Wobei man auch sagen muss: Wir haben enormes Glück gehabt, oft zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen zu sein. Ein Quäntchen Glück gehört eben immer auch dazu.

. . . und ein Quäntchen Arbeit und Talent . . .

Na gut, das stimmt – wir sind schon auch fleißig. (Lacht.) Wobei wir jetzt nicht so eine Band sind, die ständig probt. Außer in den vergangenen drei Monaten, da standen wir jeden Tag im Proberaum. Für ein „MTV unplugged“-Album. Da haben wir uns wirklich sehr viel Mühe gegeben, haben unsere Songs komplett neu arrangiert. Auch neue Musik gemacht. Wir haben das sehr genossen.

Ein eigenes „MTV unplugged“–Album – ein wahr gewordener Traum?

Und wie! Und noch so etwas, was ich noch nicht richtig fassen kann. Ich bin ja ein Kind der Neunziger und höre die Alben aus der „MTV unplugged“-Reihe total gern. Jetzt selbst Teil davon zu sein – allein das Logo auf dem Cover! Ich feiere das gerade sehr. (Lacht.)

Sie treten demnächst beim Münchner Sommernachtstraum auf – welche Träume haben sich für Sie noch erfüllt?

Ich weiß noch, wie ich in meiner Jugend in einer Hamburger Konzertlocation den Großen zugeschaut habe, damals im Stadtpark. Da passen 5000 Leute rein. Ich hätte damals nie gedacht, dass auch ich einmal dort auf der Bühne stehen würde. Dass das passiert ist, war schon traumhaft. Oder bei den MTV Europe Music Awards 2014 bester deutscher Act zu werden – das war auch die Erfüllung von einem Traum. Ich meine: Die Music Awards, die habe ich früher selbst doch noch heimlich geguckt, weil die immer so spät liefen. Und nun waren wir dabei!

Was kann jetzt noch kommen? Wovon träumen Sie?

Musikalisch freuen wir uns darauf, nun wieder die E-Gitarre herauszuholen und etwa in München wieder voll loszulegen, nachdem wir für das unplugged-Album ja eine Zeit lang den Stecker gezogen hatten. Natürlich sind wir auch gespannt, wie das Album bei den Fans ankommt – auch live bei unserer unplugged-Tour im kommenden Jahr. Da stellen wir die E-Gitarren dann wieder in den Schrank und man hört eine ganz andere Seite von uns.

Langweilig scheint Ihnen nicht zu werden. . .

Das stimmt! (Lacht.) Auch wenn es jetzt total klischeehaft klingt, aber wenn wir über Träume sprechen, dann muss ich sagen: Mein größter Traum ist, dass wir uns als Band immer weiterentwickeln, dass wir immer eine noch bessere Band werden. Und dass wir auch noch mit 60 auf der Bühne stehen. Aber uns dabei nicht ständig wiederholen und die immer gleichen Alben fabrizieren. Sondern ständig Neues ausprobieren. Weil es einfach so Bock macht! (Lacht.)

Das Gespräch führte Katja Kraft.

Revolverheld spielen am 25. Juli beim Münchner Sommernachtstraum im Olympiapark. Karten: 089 / 54 81 81 81. 

Alle Infos zum Programm mit Billy Idol, Rea Garvey und Co. unter www.sommernachtstraum-muenchen.de.

 

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