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Bis 2021 noch als Paar verbunden: Intendant Nikolaus Bachler (li.) und Generalmusikdirektor Kirill Petrenko bei der Saison-Präsentation im Nationaltheater.

Aus- und Einblicke

Münchner Melange: Das wird die nächste Saison der Staatsoper

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München - Das Haus brummt. Und auch in der kommenden Spielzeit dürfte sich an der Bayerischen Staatsoper nicht viel ändern. Intendant Nikolaus Bachler setzt auf die bewährte Kombination von Platinkehlchen und gefahrloser Regie.

Es ist April, und es herbstelt am Haus. Nicht besonders stark. Aber wenn Nikolaus Bachler ein „Schön, dass wir ihn noch haben“ in Richtung Kirill Petrenko seufzt (unter dem Applaus des Publikums), und wenn deutlich wird, dass Wagners „Ring“ in Andreas Kriegenburgs Regie letztmals mit Petrenko am Pult läuft, dann mehren sich die kleinen Abschiedszeichen. Bachler und Petrenko verlassen die Bayerische Staatsoper zwar erst 2021. Und auch wenn sie zunächst die Saison 2017/ 18 präsentierten, dann ist aufgrund des langen Premierenvorlaufs dennoch klar: Ihre Pläne bis zum Finale haben sie bereits im Kasten.

Wer auf dem Intendanten- und dem Generalmusikdirektor-Thron nachfolgt, dürfte demnächst feststehen. Nachdem sich Pläne mit Andreas Homoki wohl zerschlagen haben, bleiben Namen wie Serge Dorny oder Barrie Kosky im Gespräch als mögliche Bachler-Nachfolger. Und am Pult wären Antonio Pappano, Philippe Jordan oder Franz Welser-Möst denkbar. Es wird jedenfalls schwer fürs nächste Opern-Duo, das Münchner Haus ist bestens bestellt. Auch weil der Intendant, das zeigt die kommende Spielzeit, keine Lust auf die Rolle des Publikumsschrecks hat.

Georg Baselitz stattet den neuen „Parsifal“ aus

Die Saison 2017/ 18 bietet wieder die bewährte Bachler-Melange aus einem weltweit einmaligen Schwarm an Gold- und Platinkehlchen sowie Regisseuren, die Gediegenes offerieren. Rein von der Papierform reicht die Bandbreite von präzisen, mätzchenfreien Stückbefragern wie Christof Loy (der damit „gefahrlos“ Dieter Dorns alten „Figaro“ entsorgen darf) bis zu Vertretern der rein dekorativen Zunft wie Pierre Audi beim „Parsifal“. Ohnehin scheint Letzterer nur als „Zähl-Regisseur“ gebucht, die Produktion erregt international Aufmerksamkeit wegen des Bühnenbildners: Georg Baselitz will „drei Vorhänge“ und eine tiefe Szenerie kreieren, die Bilder fürs Spielzeitheft stammen ebenfalls von ihm. Und selbst wenn der vermeintliche Berserker Frank Castorf im Regiestuhl Platz nimmt, so geht von ihm keine Gefahr fürs Publikum aus: Janáčeks „Aus einem Totenhaus“ bietet als Stück eine derart offene Form – da lässt sich nicht mehr viel dekonstruieren.

Die Hausgötter Mozart und Wagner bekommen also jeweils eine Premiere. Petrenko wird sich erstmals mit dem „Trittico“ auseinandersetzen („wenn nicht das Beste von Puccini überhaupt“), und mit Verdis „Sizilianischer Vesper“ wird die Schiene der Grand Opéra fortgesetzt. Stück-Auswahl und dazugehörige Besetzungszettel dürften bald die Vorverkaufs-Server in die Knie zwingen. Auch international ist man stärker gefragt denn je. Zweimal präsentiert sich die Münchner Delegation um Petrenko in der New Yorker Carnegie Hall, an einem Abend davon mit einem konzertanten „Rosenkavalier“. Und schon lange Tradition hat das Japan-Gastspiel, das im kommenden Herbst etwas anders als gewohnt ausfällt. Nach einer kurzen Konzerttournee macht man Halt in Tokio, um dort den neuen „Tannhäuser“ (Münchner Premiere 21. Mai) mit Petrenko sowie August Everdings Uralt-„Zauberflöte“ mit Asher Fisch zu zeigen plus einmal den konzertanten ersten „Walküre“-Akt, wieder mit Petrenko. Früher waren drei „vollwertige“ Opernproduktionen die Regel – auch in Japan funktioniert das Klassikgeschäft nicht mehr so wie früher.

Petrenkos letzter Münchner „Ring“

Zwei Premieren und einen Abend mit jungen Choreografen steuert das Staatsballett in der nächsten Saison bei. Dieses rüstet sich außerdem zum Cranko-Fest im Februar 2018 – gefeiert wird der 90. Geburtstag des großen Choreografen mit einem aufgewärmten Programm.

Sechs Opernproduktionen in der kommenden Saison, das ist eine weniger als gewohnt. Der Grund: Dreimal wird Wagners „Ring des Nibelungen“ gezeigt – eine Derniere in der Ära Bachler. Und ob sein Nachfolger die Kriegenburg-Produktion hervorholt, ist offen, Intendanten pflegen sich schließlich mit einem eigenen „Ring“ zu verewigen. Auch für Petrenko dürfte dies das letzte Mal auf lange Zeit sein, dass er sich das Weltendrama vornimmt. Als Chef der Berliner Philharmoniker (er tritt 2019 an und betreut München parallel) wird er naturgemäß beim Symphonischen bleiben. Fragen zu Petrenkos Berliner Aufgabe wurden übrigens auf der Pressekonferenz vom Intendanten abgewürgt. Man sei hier in München, beschied Bachler. Ein bisschen Trump darf offenbar auch an der Isar sein.

Informationen zum Spielplan und zum Vorverkauf unter www.staatsoper.de.

Die Premieren der Spielzeit 2017/2018:

Oper:
 „Le nozze di Figaro“ von Mozart am 26.10.17 (Dirigent: Constantinos Carydis, Regie: Christof Loy) mit Alex Esposito, Christian Gerhaher, Federica Lombardi

„Il trittico“ von Puccini am 17.12.17 (Dirigent: Kirill Petrenko, Regie: Lotte de Beer) mit Wolfgang Koch, Eva-Maria Westbroek, Ambrogio Maestri.

„Les Vêpres siciliennes“ von Verdi am 11.3.18 (Omer Meir Wellber, Antù Romero Nunes) mit Bryan Hymel, Erwin Schrott.

„Aus einem Totenhaus“ von Janácek am 21.5.18 (Simone Young, Frank Castorf) mit Peter Rose, Charles Workman, Bo Skovhus.

„Parsifal“ von Wagner am 28.6.18 (Petrenko, Pierre Audi) mit René Pape, Nina Stemme, Jonas Kaufmann.

„Orlando Paladino“ von Haydn am 23.7.18 (Ivor Bolton, Axel Ranisch) mit Sofia Fomina, Mathias Vidal, Tara Erraught.

Ballett:
„Anna Karenina“ von Christian Spuck am 19.11.17.

„Portrait Wayne McGregor“ am 14.4.18.

Ballettabend Junge Choreografen am 4.7.18.

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