Bayerische Staatsoper will Profil Münchens international stärken

München - Mit einem neuen Hauptsponsor im Rücken will die Bayerische Staatsoper unter ihrem Generalmusikdirektor Kent Nagano die Attraktivität der Stadt München international steigern.

Man wolle etwas für das Profil der Landeshauptstadt über das Oktoberfest hinaus tun und München als Kulturmetropole mit Weltrang international ins Bewusstsein rücken, sagte Ulrike Hessler vom Direktorium der Staatsoper am Donnerstag in München. Unterstützt wird das Haus künftig von dem Technologiekonzern Linde, der seine Zentrale im Sommer von Wiesbaden nach München verlegt hat. Konzernchef Wolfgang Reitzle sprach von einer "beträchtlichen Summe", genaue Zahlen wollte er aber nicht nennen.

Für die neue Spielzeit kündigte Nagano sieben Opern- und zwei Ballettneuinszenierungen an. Dank der finanziellen Unterstützung könne sich die Staatsoper mehr auf Qualität und Kreativität konzentrieren, sagte Nagano. Als erste Premiere steht am 31. Oktober "Eugen Onegin" zur Musik von Peter Tschaikowsky in der Inszenierung von Krzysztof Warlikowski und unter der musikalischen Leitung von Nagano auf dem Programm. Neu inszeniert werden unter anderem auch "Nabucco" von Giuseppe Verdi, "Idomeneo" von Wolfang Amadeus Mozart und "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss.

Eine Kommerzialisierung nach US-amerikanischem Vorbild wird es nach den Worten Naganos durch das finanzielle Engagement von Linde nicht geben. Linde werde vielmehr nur unterstützen und ein dezentes Sponsoring betreiben. Einen Einfluss auf künstlerische Entscheidungen werde es nicht geben, trat Nagano Befürchtungen entgegen.

Ihren Gesamthaushalt in dieser Spielzeit beziffert die Staatsoper mit rund 80 Millionen Euro, 51 Millionen Euro davon sind öffentliche Zuschüsse. Rund 27 Millionen Euro steuert die Staatsoper aus eigenen Einnahmen wie Ticketverkäufen hinzu, etwa drei Millionen Euro stammen von privaten Sponsoren. Bei den privaten Geldgebern konnte sich die Staatsoper steigern, allerdings nach eigenen Angaben nicht nur dank Linde. In der vergangenen Spielzeit hatten Geldgeber zwei Millionen Euro beigesteuert.

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