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"Woyzeck" (hier am Hamburger Thalia Theater) wird im Mai auch in Augsburg zu sehen sein.

Bayerische Theatertage - Mehr als 30 Bühnen in Augsburg

Augsburg - Schiller, Beckett, Fontane - Augsburg wird im Mai zu Bayerns Theaterhauptstadt. Die 30. Bayerischen Theatertage bieten knapp 60 Produktionen. Eine zentrale Spielstätte aber ist noch nicht fertig.

Zur 30. Ausgabe der Bayerischen Theatertage sind mehr als 30 Bühnen aus dem gesamten Freistaat in Augsburg zu Gast. Geplant seien vom 11. bis zum 27. Mai 55 Produktionen plus zwei Eigenproduktionen, sagte Organisationsleiter Oliver Brunner am Freitag bei der Vorstellung des Spielplans in Augsburg. Er erwartet bis zu 20 000 Zuschauer. Mit dem Festival könne Bayern zeigen, wie dicht und vielfältig seine Theaterlandschaft sei, sagte die Intendantin des Augsburger Theaters, Juliane Votteler. Die Produktionen seien die Visitenkarten der Bühnen.

Von "Woyzeck" bis „Warten auf Godot"

Am ersten Abend gibt es im Großen Haus „Die Räuber“ von Friedrich Schiller (Theater Augsburg) zu sehen und in der Interimsstätte Brechtbühne Theodor Fontanes „Effi Briest“ (Theater Dinkelsbühl). Auch andere Klassiker werden im Laufe des Festivals geboten, zum Beispiel „Woyzeck“ nach Georg Büchner (E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg) und Samuel Becketts „Warten auf Godot“ (Theater Erlangen). Auf dem Programm stehen aber auch zahlreiche Stücke für Kinder und Jugendliche. Eine neunköpfige Fachjury vergibt ein Preisgeld von 15 000 Euro. Außerdem gibt es einen Publikumspreis und eine Extra-Jury aus Kindern und Jugendlichen.

Die Interimsspielstätte Brechtbühne - ein zentraler Spielort - ist indes noch nicht ganz fertiggestellt. Das Leitungsteam zeigte sich aber zuversichtlich, die Bühne wie geplant am 27. April eröffnen zu können. Ein zentraler Spielort ist auch das Augsburger Textil- und Industriemuseum.

Theatertage ganz in rot

Die Theatertage stehen unter der Überschrift „Morgen Augsburg“. Farblich sollen sie in diesem Jahr mit viel Rot verbunden werden, wie der Organisationsleiter erläuterte. Die Signalfarbe solle sich wie ein roter Faden durch Augsburg ziehen. Zentraler Treffpunkt sind zwei rote Doppeldeckerbusse. Dort können Zuschauer und Künstler nach den Aufführungen zusammentreffen. Brunner betonte die logistische Leistung der Theatertage. Da die Bühnenbilder zum Teil sehr unterschiedlich seien, würden Auf- und Abbau zur Herausforderung.

Die ersten Theatertage gab es 1983 in Nürnberg - damals mit elf bayerischen Theatern. Vergangenes Jahr war Bamberg Gastgeber. In Augsburg fanden die Theatertage zuletzt 1985 statt. „Es ist immer eine sehr fruchtbare Begegnung“, sagte Intendantin Votteler. In der Diskussion um Kürzungen in der Kultur warnte sie vor einer Verarmung des Geistes. Menschen bräuchten Kultur, um nachts träumen zu können. „Sonst wären sie Maschinen.“

dpa

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