Bayerischer Kabarettpreis: Respektlose Reden in der Reithalle

München - Lobreden, die vor faden Floskeln nur so strotzen, gibt`s vielleicht bei Film- und Fernsehpreisen. Wenn im Kabarett jemand geehrt wird, ist das, wenn man Glück hat, selbst kabarettreif.

Solches Glück war Künstlern und Publikum bei der Verleihung des zehnten Bayerischen Kabarettpreises beschieden, die diesmal nicht im Lustspielhaus, sondern in der Münchner Reithalle stattfand.

Bei aller Liebe - nur nicht zu viel Respekt! Deswegen durften Claus von Wagner und Philipp Weber ihren "Zwangsensemble"-Partner Mathias Tretter auch als "Nachwuchsdödel" veralbern und Christian Springer der von ihm zu lobenden Sissi Perlinger (Musikpreis) bescheinigen, sie habe "einen Knall". Urban Priols respektlose Rede an Georg Schramm, der heuer den Hauptpreis erhielt, war (auch) ein aktuelles Stück Politsatire und verriet darüber hinaus, wie perfekt die beiden "Neues aus der Anstalt"-Protagonisten mittlerweile zusammenspielen. Nur Ottfried Fischers Laudatio auf Ehrenpreisträger Werner Schneyder fiel - positiv - aus dem Rahmen. Sie war eine sehr persönliche Hommage an seinen Entdecker.

Die Geehrten bedankten sich auf ihre Weise - mit Kostproben ihres Könnens, die Appetit mach(t)en auf mehr. Das gilt auch für Moderatorin Monika Gruber sowie für Entertainer Martin Schmitt und seine Band, die den Abend mit sehr viel Charme musikalisch umrahmten. Der BR zeigt eine Aufzeichnung der Gala am Freitag, 16. Mai, um 22.30 Uhr.

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