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Die vier Djangos

Bayerns Balkan: Django 3000 im Ampere

München - Würden die Regisseure Emir Kusturica und Marcus H. Rosenmüller keine Filme, sondern Musik machen – sie würden bei Django 3000 spielen.

Die bayerischen Zigeuner aus dem Chiemgau haben auf ihrem gerade erschienen Debütalbum bewiesen, dass es den Balkan auch in Bayern gibt. Jetzt bereiteten sie im ausverkauften Ampere ein feuriges Gulasch aus Musik.

Sie spielten nicht einfach in dem Münchner Club, sie brachten für einen Abend den Rock zurück. Nur hat der seine Wurzeln diesmal nicht in Amerika oder England, sondern in Osteuropa. Bassist Michael Fenzl steigt unterm Spielen auf seinen Kontrabass, Teufels-Geiger Flo Starflinger lässt seine Violine sehnsuchtsvoll schluchzen.

Der Auftritt stimmt, die Leute schwitzen, sie toben und sie tanzen zu den Balkansounds der vier Gypsys. „Zigeinisiert“, sagt Sänger Kamil Müller. Und meint die Russendisco, handgemacht in Bayern. Diesen Stil, „das Wuide“, das Rohe, pflegen die vier gründlich. Goldene Ringe, goldene Halsketten, Vollbärte und Tätowierungen. Man nimmt es ihnen ab, das Ungezähmte.

Wenn LaBrassBanda die Beatles der bayerischen „Folks-Musik“ sind, dann sind die Burschen aus dem Chiemgau die Rolling Stones. Ein Gypsy-Cover von „Paint it black“, ihre Youtube-Knaller „Heidi“ und „Zeit fia ois“, da steckt das drin, was die Leute wollen. Wild sein, tanzen, feiern. Und Dialekt.

Die vier Djangos singen auf Bairisch. Das macht sie anders, das macht sie authentisch. Zu einer Band, mit der man im Wirtshaus in ihrem Heimatort Staudach-Egerndach gerne ein Bier oder drei trinken würde. Oder in Belgrad.

Patrick Wehner

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