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Das Richard-Wagner-Festspielhaus.

Auftakt mit "Tristan und Isolde"

Bayreuther Festspiele beginnen - "Karten gefragt"

Bayreuth - Der kaufmännische Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele, Heinz-Dieter Sense, ist Spekulationen entgegengetreten, wonach die Karten für das Festival längst nicht mehr so begehrt seien wie früher.

„So lange es einen schwarzen Markt gibt, müssen die Karten gefragt sein“, sagte er am Freitagabend. Man schätze, dass von den 60 000 Tickets, die es insgesamt gibt, bis zu 4000 auf dem Schwarzmarkt landen. Die Festspiele reagierten, wenn sich der Verantwortliche feststellen lasse, mit Abmahnungen.

Dass im Internet vermutlich auch nach dem Auftakt der Festspiele noch Karten zu kaufen seien, liege daran, dass man eine eigene Ticketbörse geschaffen habe: Wer nicht anreise, könne seine Karte wieder online zur Verfügung stellen, erläuterte Sense. Offiziell sind alle Karten verkauft. Das Festival beginnt am Samstag (25. Juli) mit einer Neuinszenierung der Richard-Wagner-Oper „Tristan und Isolde“.

In den vergangenen Jahren haben die Bayreuther Festspiele den Kartenverkauf zunehmend ins Internet verlagert. Vor einigen Jahren hatte der Bundesrechnungshof die Ticketvergabe gerügt und gefordert, dass mehr Karten in den freien Verkauf gelangen sollten.

Nach Senses Worten werden drei Viertel der Karten frei verkauft - der Rest geht demnach etwa an Mitwirkende oder Sponsoren und wird an die Mäzenatenvereinigung „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth“ verkauft.

Bayreuther Festspiele beginnen mit „Tristan und Isolde“

Mit großer Spannung erwartet die Klassikwelt in diesem Jahr den Auftakt der Bayreuther Festspiele - denn die Chefin inszeniert selbst: Katharina Wagner bringt „Tristan und Isolde“ auf die Bühne. Mit ihrer Deutung der großen Liebesoper Richard Wagners (1813-1883) startet das Festival am Samstag (16.00 Uhr).

Zuvor werden sich die prominenten Gäste auf dem roten Teppich vor dem Festspielhaus zeigen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird erwartet; dazu nahezu das komplette bayerische Kabinett, angeführt von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Viele Stars der Show- und Fernsehbranche sind zudem vertreten - darunter Moderatoren-Urgestein Thomas Gottschalk.

Die Eröffnungspremiere wird von Christian Thielemann dirigiert, die Titelpartien singen Stephen Gould und Evelyn Herlitzius. Zum diesjährigen Festspielprogramm gehört auch wieder die Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ in der umstrittenen Deutung von Frank Castorf, dazu kommen die Opern „Lohengrin“ und „Der fliegende Holländer“. Die Festspiele enden am 28. August.

Isolde-Umbesetzung war Herausforderung

Dass ein Monat vor der Eröffnungspremiere „Tristan und Isolde“ eine der beiden Titelpartien umbesetzt wurde, hat die Verantwortlichen der Bayreuther Festspiele zur Improvisation gezwungen. Ende Juni gab Anja Kampe die Partie der Isolde ab und wurde durch Evelyn Herlitzius ersetzt.

„Es wird jetzt noch an der Produktion gearbeitet“, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele, Heinz-Dieter Sense, am Freitagabend kurz vor dem Festivalauftakt. „Wir sind erst in der Premiere endgültig fertig“, räumte er ein.

Die näheren Umstände der Umbesetzung ließ Sense auch am Freitag unkommentiert. Beide Seiten hatten Stillschweigen vereinbart.

dpa

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