+
Eva Wagner-Pasquier

Ab September 2015

Wagner-Schwester steigt aus Festspiel-Leitung aus

Bayreuth - Eva Wagner-Pasquier steigt aus der Leitung der Bayreuther Festspiele aus. Über mögliche Gründe wird geschwiegen. Ab September 2015 wird sie eine andere Funktion übernehmen.

„Sie hat uns mitgeteilt, nach 2015 für die Geschäftsleitung nicht mehr zur Verfügung zu stehen“, sagte am Freitag der Verwaltungsratsvorsitzende der Bayreuther Festspiele GmbH, Toni Schmid. Er bestätigte damit einen Bericht der Tageszeitung „Nordbayerischer Kurier“. Die 68-Jährige habe in dem Gespräch aber angeboten, als Beraterin weiter für die Festspiele zu arbeiten.

Wagner-Pasquier werde mit Ende ihres Vertrags im nächsten Jahr aus dem operativen Geschäft ausscheiden, sagte Schmid, der Ministerialdirigent im bayerischen Kunstministerium ist. Er fügte hinzu: „Ich kann diese Entscheidung nur respektieren, möchte sie aber nicht kommentieren.“

Mit ihrer Halbschwester Katharina Wagner (35) leitet Wagner-Pasquier die Festspiele seit September 2008. Katharina Wagner sei es „sehr wichtig“, dass ihre Schwester weiterhin bei den Festspielen eingebunden bleibe, betonte Festspielsprecher Peter Emmerich. Sie habe es befürwortet, dass sich die Wagner-Urenkelin zu ihrer weiteren Rolle bei den Bayreuther Festspielen äußere - „um damit dem Wust von Gerüchten Einhalt zu gewähren“. In Insider-Kreisen war bereits seit längerem über einen Rückzug von Wagner-Pasquier spekuliert worden.

Schmid geht von einer Annahme des Beratervertrages aus. Die Gesellschafter seien seiner Einschätzung nach zu einer Zusammenarbeit in dieser reduzierten Form bereit. Als Beraterin könne sich die 68-Jährige verstärkt um die Wagner-Verbände kümmern, meinte der Chef des Festspiel-Verwaltungsrats. Die Entscheidung werde voraussichtlich bereits im März getroffen.

Die Verträge von Katharina Wagner und dem kaufmännischen Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense laufen ebenfalls 2015 aus. Während eine Verlängerung mit Katharina Wagner als sicher gilt, ist sich der Verwaltungsrat über den kaufmännischen Leiter offenbar noch uneins: „Verlängert man oder sucht man sich einen neuen, das muss man dann noch sehen“, sagte Schmid.

Die Leitung der Richard-Wagner-Festspiele kann aus Sicht des Bayreuther SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Rabenstein nicht ohne die Familie Wagner auskommen. „Bayreuth würde sehr viel verlieren, wenn kein Mitglied der Familie mehr in der Leitung wäre“, sagte er am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. „Ich möchte, dass Katharina Wagner weiter in der Festspielleitung bleibt“, betonte Rabenstein. Sie habe die künstlerischen Voraussetzungen dafür.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„José Carreras Gala“: Bub aus Bayern wirbt auf Plakat  für Benefizaktion 
Einen langen Weg hat Lucas Schmaderer hinter sich – durch die Hilfe von José Carreras’ Stiftung und der Universitätsklinik Regensburg geht es dem Bub nach seiner …
„José Carreras Gala“: Bub aus Bayern wirbt auf Plakat  für Benefizaktion 
Das Literaturhaus zieht ins Boxwerk
Mit „Das Leben des Vernon Subutex“ hat die Autorin und Regisseurin Virginie Despentes einen wilden, erhellenden und komischen Roman über die französische Gesellschaft …
Das Literaturhaus zieht ins Boxwerk
Samsationell – Paul Maar wird 80!
Heute feiert Paul Maar seinen 80. Geburtstag. Wir haben den Kinderbuchautor und Erfinder des „Sams“ in seiner Wahlheimat Bamberg besucht. 
Samsationell – Paul Maar wird 80!
Andreas Beck wird Resi-Chef
Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle stellte Andreas Beck als neuen Intendanten des Bayerischen Staatsschauspiels vor. Der 52-Jährige folgt auf Martin Kušej, der München …
Andreas Beck wird Resi-Chef

Kommentare