Bayreuther Festspiele: "Wagners Vertrag ist erloschen"

- Der Ehrenpräsident der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, Edgar Hilger, sieht die Wagner-Festspiele in großer Gefahr. "Wenn Bayreuth nicht bald einen neuen Festspielleiter bekommt, fürchte ich um diese Kulturinstitution von Weltrang", sagte der 84-Jährige der "Bunten" im Vorfeld der Stiftungsratssitzung am 6. November.

Da Wolfgang Wagner (88) die Festspiele seit einiger Zeit aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht mehr alleine führe, sei die Voraussetzung für den Pachtvertrag mit dem Stiftungsrat der Bayreuther Festspiele erloschen. Die Festspiele seien nicht im Privatbesitz der Familie Wagner, erklärte der 84-Jährige, der drei Jahrzehnte lang Vorsitzender des Mäzenatenvereins war.

Wolfgang Wagner habe zwar einen Vertrag auf Lebenszeit. Voraussetzung dafür sei aber seine uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit.

Ein Stiftungsrat, der nicht genannt werden wollte, meinte in diesem Zusammenhang, Wolfgang Wagner müsse zu der Sitzung des Stiftungsrates erscheinen.

 "Kommt er nicht und lässt er sich krankheitshalber entschuldigen, werden wir uns das nicht gefallen lassen und ihn wieder und wieder vorladen." Das unwürdige Versteckspiel mit einem offensichtlich kranken Mann müsse aufhören.

Toni Schmid, Vorsitzender des Stiftungsrates und Ministerialdirigent im Bayerischen Kunstministerium, erwartet sich von der Sitzung am 6. November keine Entscheidung über die Nachfolge in Bayreuth. Sicherlich werde über die Zukunft der Festspiele gesprochen, sagte er unserer Zeitung. Auch werde man Wolfgang Wagner um eine Äußerung zu dieser Diskussion bitten. Doch die Voraussetzungen, um ein Nachfolge-Verfahren in Gang zu setzen, lägen nicht vor.

Aus Kreisen des Stiftungsrates ist zudem zu hören, dass man nicht daran denke, Wolfgang Wagner den Amtsarzt ins Haus zu schicken. 

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