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Prinzessin Margaret trifft sich am 29.7.1965 in London mit den Beatles, (von links nach rechts) Ringo Starr, George Harrison, Paul McCartney und John Lennon.

Die Beatles: Vom Grauschleier befreit

München - Am heutigen Mittwoch, fast exakt 40 Jahre nach ihren letzten gemeinsamen Aufnahmen, kommen alle zwölf Studioalben der Beatles als digital überarbeitete CDs in die Läden.

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Alle Beatles-Alben erscheinen im neuen Sound

Heute, am 9. 9. 09, von der Plattenfirma EMI schon zum „Welt-Beatles-Tag“ ausgerufen, kommen erstmals alle zwölf Studioalben als digital überarbeitete CDs in die Läden. In vierjähriger Arbeit haben die Toningenieure in den Abbey-Road-Studios die Beatles, die Sixtinische Kapelle des Pop, vom Grauschleier befreit und wieder zum Leuchten gebracht.

„Erstmals sind die Beatles so zu hören, wie sie sich damals selbst gehört haben“, verspricht Toningenieur Steve Rooke. Und ein erstes Probehören in München gibt dem Mann Recht. So „Today“ und blütenfrisch klang „Yesterday“ seit 1965 nicht mehr, und so monströs psychedelisch kam die LSD-Hymne „Tomorrow Never Knows“ noch nie daher. Die „neuen“ Fab Four, die restaurierten 525 Minuten Beatles-Musik, die es offiziell nur gibt – ein Klangerlebnis!

1987 mit muffigem Klang

Einmal bereits schleppten Fans aus aller Welt das Beatles-Opus auf CD nach Hause. Das war 1987 – doch der Klang fiel eher muffig und flau aus, weil die historischen Masterbänder aus den EMI-Tresoren ohne großen Aufwand auf CD transferiert wurden. „Heute stehen uns ganz andere technische Möglichkeiten zur Verfügung als damals“, erklärt Soundtüftler Rooke. Doch die Computerwerkzeuge wurden nicht dazu verwendet, verspielte neue Beatles-Sounds zu erzeugen, wie 2006 auf dem spannenden, aber umstrittenen Remix-Album „Love“.

Die Authentizität der Aufnahmen und ein behutsames Vorgehen standen im Vordergrund – alles sollte klingen wie damals im Studio, aber nun so klar, so transparent, wie es eigentlich gedacht war. Und so faszinieren die Stimme des blutjungen McCartney in „Till There Was You“, Ringos Getrommel in „Can’t Buy Me Love“, das Klanggewitter am Ende von „A Day In The Life“ oder Maccas druckvoller Höfner-Bass im „Taxman“ nun in nie gehörter Qualität.

Einzeln oder in der Premium-Box

Die zwölf Studioalben, der Soundtrack zur „Magical Mystery Tour“ sowie die Singles-Sammlung „Past Masters“ sind einzeln in Stereoversion auf CD zu haben, außerdem auch als aufwändig gestaltete „The Beatles Stereo Box“ mit 16 CDs und einer DVD. Trotz des satten Preises von fast 190 Euro klettert die Box beim Internet-Versender Amazon schon Richtung Nummer eins. Für Spezialisten gibt’s zudem die ursprünglichen Mono-Versionen als separate Box für rund 220 Euro.

Markiert der 9. 9. 09 nun endgültig das Ende der großen Beatles-Vermarktung? Garantiert nicht! Das Internet und iTunes warten bisher vergeblich auf die Digital-Beatles, das rote und das blaue Album sind noch auf dem alten Stand, und vieles andere auch. Mit der größten Band aller Zeiten ist noch jahrelang viel Geld zu verdienen. Von wegen „You Never Give Me Your Money“...

Jörg Heinrich

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