Beatsteaks arbeiteten mit "Spinnern" zusammen

Ergebnis: Neue CD "Limbo Messiah" - Wien - "Seit dem letzten Album konnten wir uns richtig musikalisch entwickeln. Vorher haben wir uns im Bandfindungsstadium befunden. Es gab einige Umbesetzungen, bis das Gefüge gestimmt hat." Das sagte Thomas, Drummer der Beatsteaks, im Interview mit der APA in Wien.

 Die Punk-Rockband veröffentlichte am jetzt die neue CD "Limbo Messiah". Auf dem Weg zum Top-Act hatten die Beatsteaks kaum Pausen. "Zuletzt waren wir mit den Arbeiten an der DVD "B-Seite" voll beschäftigt. Und nach den letzten Konzerten der vergangenen Tour sind wir gleich in den Proberaum und haben die CD gemacht", berichtete der Schlagzeuger. "Eigentlich lief das so wie immer - nicht langsamer und nicht schneller. Wir sind nicht die Schnellsten beim Songschreiben, aber flott beim Aufnehmen. Wir proben recht lange, damit wir nicht lange aufnehmen müssen. Wir haben keinen Bock, monatelang im Studio zu sitzen."

Das Motto der Formation: "Wir wollen uns nie wiederholen. Wir haben zwar mit dem gleichen Team gearbeitet, aber ganz anders aufgenommen. In Hamburg. Wir sind diesmal nicht alle in einem Raum gestanden, Schlagzeug und Bass waren getrennt. Nach dem Mixen klangen die Songs viel produzierter, fetter." Produzent Moses Schneider habe eine "ganze Familie um sich rumgeschart", erzählte der Drummer. "Das sind richtige Spinner. Die besten Spinner die du finden kannst. Alle sehr kreativ", ergänzte Bassist Torsten.

Mit dem Album "Smack Smash" war den Beatsteaks 2004 ein weiter Sprung nach vorne in den Charts geglückt. "Wenn man mit dem Vorsatz ins Studio geht, das vorangegangene Erfolgsalbum toppen zu müssen, schießt man sich ins eigene Knie", meinte Torsten. "Es gibt Bands, die funktionieren, weil sie immer dasselbe machen - und zwar total geil. Ich denke da an die Ramones. Wir versuchen dagegen, Wiederholungen bewusst zu vermeiden. Wenn wir eine Idee haben, die an einen früheren Songs von uns erinnert, ist die Idee gestorben."

Die Beatsteaks pendeln geschickt zwischen Rock, Punk und Pop, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie der Bassist bestätigte. "Wir waren nie in einer Szene drin. Wir haben vielleicht deshalb Glaubwürdigkeit, weil wir uns nie um eine solche bemüht haben." Und die Berliner haben trotz der gestiegenen Popularität keinerlei Starallüren. Das bekommen auch die Kollegen zu spüren, die auf Konzertreise mitgenommen werden. "Auf Tour mit den Ärzten und den Toten Hosen haben wir gesehen, wie korrekt die ihre Vorbands behandeln. Die müssen sich nicht einkaufen, sie bekommen sogar Geld. Sie werden ordentlich angekündigt und unterstützt. Das haben wir uns abgeschaut."

Zeit, junge Bands zu produzieren, bleibt den Mitgliedern der Beatsteaks allerdings keine. Thomas: "Wir machen ja nicht nur Musik, sondern kümmern uns auch um die Band. Bei uns ist alles noch immer do it yourself. Einer ist für die T-Shirts zuständig, die anderen für den Internetshop, das Management, die Fanpost etc. Zusätzlich zum 40-Stunden-Musiker-Job haben wir alle noch Halbtagsjobs. Wir arbeiten mehr als jemand, der von 9.00 bis 17.00 Uhr ins Büro geht."

www.beatsteaks.org

www.myspace.com/Beatsteaks

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