Beaux Arts Trio begeisterte in München

- Der Weg von Beethoven zu Brahms führte über Lowell Liebermann - und das war gut so. Vor allem für den Geiger des renommierten Beaux Arts Trios, das im Herkulessaal sein Münchner Publikum aus dem Häuschen trieb. Daniel Hope, dienstjüngstes Mitglied des Trios, brauchte offenbar an diesem Abend den Umweg über die Moderne, um zur vollen Entfaltung zu finden und so zum gleichgewichtigen Partner des Pianisten Menahem Pressler und des Cellisten Antonio Meneses zu avancieren.

<P>Beim eröffnenden Beethoven-Trio Es-Dur op. 70 Nr. 2 jedenfalls mangelte es seinem Ton an Substanz, schwächelte gelegentlich auch die Intonation, so dass die Partner dominierten. Der wunderbare Pressler ist als Gründungsmitglied sozusagen die Seele des Trios und liefert alles, was sich die Streicher - auch der stets klar und rund artikulierende Cellist Antonio Meneses - nur erträumen: vom akkordgewichtigen Fundament bis zum zarten, klangschillernden Teppich. </P><P>Er fungierte als energischer wegweisender Motor - im zweiten Satz wie im vierten mit seinen Stockungen - oder schlang seine glitzernden Girlanden um die ruhigen Streicher-Linien (Kopfsatz). Hellwach und geradezu lauernd schuf er die Basis für ein exquisites Zusammenspiel.<BR><BR>Von emotionaler Intensität</P><P>Im dreisätzigen, die Besetzungsmöglichkeiten ideal auslotenden Werk des 42-jährigen Amerikaners stellte sich die gewünschte Klangbalance ein. Da sorgten die drei mit wilden Punktierungen, Triolen und Quintolen für ein "molto ritmico", weiteten sie das fast tonlos begonnene Adagio zu suggestivem Klang und trumpften im Finale virtuos auf.<BR><BR>Beste Voraussetzungen für Brahms H-Dur Trio op.8. Hier paarten die Drei emotionale Intensität mit absoluter Klarheit, rückte neben eine wienerisch anmutende Kantabilität die fahlen Klänge des Adagios, bevor es im bewegten Allegro die dramatischen Verdichtungen aufspürte. Das Publikum applaudierte hingerissen.<BR></P>

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