Bedrohte Baukunst

- Im Urheberrechtsstreit um die architektonische Gestaltung des künftigen Berliner Hauptbahnhofs (Lehrter Bahnhof) hat das Berliner Landgericht noch kein Urteil gefällt. Der Vorsitzende Richter Peter Scholz verkündete am Dienstag einen Auflagen-Hinweisbeschluss. Der laufende Prozess stelle den geplanten Eröffnungstermin des Bahnhofs am 28. Mai 2006 aber nicht in Frage, betonte Heiner von der Laden, Sprecher der Bahn-AG.

In dem Streit um den Hauptbahnhof hat Architekt Meinhard von Gerkan (Gerkan, Marg und Partner, Hamburg) die Bahn wegen Urheberrechtsverletzung verklagt, weil das Unternehmen die Decke im Untergeschoss einfach umplanen ließ. Statt von Gerkans Gewölbedecke gibt es nun eine Flachdecke eines anderen Architekten. Für den Gerichtsbeschluss sei ausschlaggebend, dass der Entwurf des gesamten Bahnhofsgebäudes durch das Urheberrecht geschützt sei, sagte Kammergerichtssprecherin Katrin-Elena Schönberg. Architekt von Gerkan soll deshalb weitere Belege dafür nennen, dass durch den Fremdbau das Gesamtkunstwerk entstellt wird. Danach seien die verschiedenen Interessen und wirtschaftlichen Belange abzuwägen.

Der Bahn AG gab das Landgericht auf, die Bieterangebote für von Gerkans Deckenkonstruktion vorzulegen. Sein Architektenbüro soll diese Angebote danach prüfen. Im Kern geht es dann darum, ob von Gerkans Konstruktion den intern vereinbarten Kostenrahmen von rund 4,7 Millionen Euro erheblich überschritten hätte. Ein Bahnsprecher sieht den Beschluss positiv. Von Gerkan war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Berliner Hauptbahnhof gilt mit geschätzten Kosten in Höhe von 500 bis 700 Millionen Euro als eines der aufwändigsten neuen Bauwerke in der deutschen Hauptstadt.

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