Beethoven ohne Tiefenschärfe

- Obwohl Bruckner der Namensgeber des Linzer Orchesters ist, reisten die Österreicher in München mit Beethoven an: Auf dem Programm des Konzertes in der Philharmonie standen sein drittes Klavierkonzert in c-moll und die siebte Symphonie in A-Dur. In der langen, ganz auf Kontrast und markante Akzentuierung abgestimmten Orchestereinleitung weckte Chefdirigent Dennis Russel Davies Erwartungen auf einen Originalklang-inspirierten Beethoven.

Doch sie schliefen rasch wieder ein. Thomas Larcher, mehrfach ausgezeichneter österreichischer Pianist (und Komponist), hob zwar das Mozartische dieses Konzerts hervor, spielte aber insgesamt unpersönlich. So schlichen sich auch im Zusammenwirken mit dem nicht immer punktgenau einsetzenden Orchester mulmige Momente ein, rutschte das Largo restlos in die Langeweile ab. Auch im Rondo-Finale hätte etwas mehr kantige Kontur der schnurrenden Klavier-Geläufigkeit gut getan.<BR><BR>Der Siebten näherten sich Davies und das - gottlob keinen Bruckner spielende - Orchester mit Gespür für den rhythmischen Elan, das tänzerische Element. Das tat den Ecksätzen gut. Dennoch mangelte es an Tiefenschärfe, blieb der oft heftig forcierte Gesamtklang pauschal. Immerhin hielt im dritten Satz die Spannung bis in die Ritardandi, nutzte der Pauker seine Stunde. Den starken Beifall torpedierte ein Buhrufer.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unser Soul-Arbeiter
Lee Fields brachte den Club Ampere zum Dampfen
Unser Soul-Arbeiter
„Falco - Das Musical“: Gelungene Premiere in Kempten
Jempten - Falco wäre im Februar 60 Jahre alt geworden. Er starb jung, doch seine Hits wie „Rock Me Amadeus“ und „Jeanny“ begeistern die Menschen noch immer.
„Falco - Das Musical“: Gelungene Premiere in Kempten
Frauensache: Fünf Regisseurinnen ausgezeichnet
München - Ein starkes Signal beim 38. Bayerischen Filmpreis: Im Münchner Prinzregententheater wurden am Freitagabend fünf Regisseurinnen ausgezeichnet.
Frauensache: Fünf Regisseurinnen ausgezeichnet
Der Nussknacker wirbelt durchs Deutsche Theater
München - Fredrik Rydman begeistert mit seiner zeitgenössischen Version „Nutcracker reloaded“ in Münchens Deutschem Theater. Lesen Sie hier unsere Premierenkritik:
Der Nussknacker wirbelt durchs Deutsche Theater

Kommentare