Beethoven ohne Tiefenschärfe

- Obwohl Bruckner der Namensgeber des Linzer Orchesters ist, reisten die Österreicher in München mit Beethoven an: Auf dem Programm des Konzertes in der Philharmonie standen sein drittes Klavierkonzert in c-moll und die siebte Symphonie in A-Dur. In der langen, ganz auf Kontrast und markante Akzentuierung abgestimmten Orchestereinleitung weckte Chefdirigent Dennis Russel Davies Erwartungen auf einen Originalklang-inspirierten Beethoven.

Doch sie schliefen rasch wieder ein. Thomas Larcher, mehrfach ausgezeichneter österreichischer Pianist (und Komponist), hob zwar das Mozartische dieses Konzerts hervor, spielte aber insgesamt unpersönlich. So schlichen sich auch im Zusammenwirken mit dem nicht immer punktgenau einsetzenden Orchester mulmige Momente ein, rutschte das Largo restlos in die Langeweile ab. Auch im Rondo-Finale hätte etwas mehr kantige Kontur der schnurrenden Klavier-Geläufigkeit gut getan.<BR><BR>Der Siebten näherten sich Davies und das - gottlob keinen Bruckner spielende - Orchester mit Gespür für den rhythmischen Elan, das tänzerische Element. Das tat den Ecksätzen gut. Dennoch mangelte es an Tiefenschärfe, blieb der oft heftig forcierte Gesamtklang pauschal. Immerhin hielt im dritten Satz die Spannung bis in die Ritardandi, nutzte der Pauker seine Stunde. Den starken Beifall torpedierte ein Buhrufer.

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