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Tim Bendzko

Tim Bendzko in der Münchner Muffathalle

München - Er ist schon ein sympathischer Kerl, dieser Tim Bendzko. Der Lockenkopf, 2011 Sieger des Bundesvision Song Contests für das Land Berlin, strahlt ständig, wenn er auf der Bühne steht.

Er gibt sich bescheiden, umwirbt charmant sein Publikum mit Ansagen und nimmt sich auch selbst aufs Korn („Das Tanzen haben wir auf dem Oktoberfest gelernt“). Kurzum: Er tut so, als wolle er das Klischee bestätigen, das ihm anhaftet, nämlich, dass er Schwiegermamas Liebling sei.

Leider klingt so auch seine Musik: einen Tick zu bieder. Dabei singt Bendzko eigentlich hervorragend. Seine Stimme hat etwas Souliges, und man kommt nicht umhin, Xavier Naidoo zu hören, wenn er das Liebeslied „Das letzte Mal“ anstimmt oder „Es wird nicht einfach sein“, Bendzkos Version von Naidoos Fußball-Hymne „Dieser Weg“. Tim Bendzko liefert auch sonst eine ordentliche Show in der ausverkauften Muffathalle ab. Er widmet dem gestürzten Bundespräsidenten Christian Wulff ein Lied („Es kommt zurück“) und singt mit dem Rapper F.R., seinem alten Mitbewohner. Mitten im Stück „Nur noch kurz die Welt retten“ sorgt seine Band für eine Überraschung, als sie erstarrt, bis der Shooting-Star Serge Gainsbourgs „Je t’aime“ anklimpert. Und ganz am Ende lässt der Berliner die Fans mitsingen („Keine Zeit“).

Also alles gut? Nicht ganz. Fürs nächste Konzert muss Bendzko noch an seinem Repertoire feilen. Dieses erschöpft sich nämlich (noch) in Midtempo-Nummern, und das führt auf Dauer zu Langeweile. Und langweilig muss selbst ein perfekter Schwiegersohn nicht sein, oder?

Thierry Backes

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